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14.03.2008

SAP-Zusatz vereinfacht Mahnverfahren

Mit "Trimahnsprint" von Cormeta können ERP-Anwender automatisiert Anträge für das gerichtliche Mahnverfahren an Gerichte übermitteln.
Trimahnsprint sorgt für einen bidirektionalen Datenaustausch zwischen dem Mahngericht und einem SAP-basierenden ERP-System.
Trimahnsprint sorgt für einen bidirektionalen Datenaustausch zwischen dem Mahngericht und einem SAP-basierenden ERP-System.
Foto: cormeta

Gerichtliche Mahnverfahren per elektronischen Datenaustausch einzuleiten ist heute schon möglich, demnächst wird es zur Pflicht: Ab 2009 müssen Mahnanträge dem Gericht elektronisch übermittelt werden. Papier nimmt die Justiz dann nicht mehr an. Betroffen von dieser Regelung sind vor allem solche Firmen, die zahlreiche Endkunden bedienen, beispielsweise Energieversorger.

Für SAP IS-U und SAP ERP geeignet

Der SAP-Partner Cormeta aus Ettlingen hat einen Zusatzbaustein für SAP-Systeme entwickelt, mit dem Anwender diesen Vorgang automatisiert abwickeln können. Ursprünglich wurde das Produkt Trimahnsprint für Energieunternehmen geschrieben, die mit der SAP-Industrielösung "Utilities" ("IS-U") arbeiten. Laut Anbieter eignet sich das Programm grundsätzlich aber für jedes Unternehmen, das häufig Mahnanträge stellen muss und ein SAP-basierendes ERP-System nutzt. Implementiert wird Trimahnsprint beispielsweise gerade bei einer Malergenossenschaft. Das Produkt lohnt sich Cormeta zufolge ab etwa 50 bis 100 Mahnanträgen pro Monat.

Trimahnsprint läuft auf einem eigenen Rechner und ist mit der Finanzbuchhaltung und dem Controlling-System von SAP (FI/CO) verbunden. Trimahnsprint besteht aus einer Software mit Windows-Oberfläche und dem Koppelelement zur SAP-Software. Entwickelt hat Cormeta das Produkt gemeinsam mit der Firma Trigon Data aus Hilden, die sich unter anderem auf Software für Notare und das Forderungs-Management im Unternehmen spezialisiert hat.

Datenaustausch mit dem Mahngericht

Das bestehende Mahnverfahren (kaufmännisches Mahnwesen) der SAP-Software löst das gerichtliche Mahnverfahren aus. Dies kann durch die letzte kaufmännische Mahnung oder eine zusätzliche Mahnstufe erfolgen. Je nach Customizing veranlasst die Software in der dritten oder vierten Mahnstufe das Verfahren. Anwender können darüber hinaus selbstständig Mahnverfahren anstoßen.

Aus Sicht von Cormeta liegt der Vorteil des Programms für den Kunden unter anderem darin, dass Mahnanträge automatisiert erzeugt und damit korrekt ausgefüllt beim Gericht landen. Mit dem Werkzeug lassen sich unter anderem Formfehler vermeiden, die das Verfahren verzögern. Durch die vorgeschaltete Plausibilitätsprüfung liegt die Monierungsrate unter einem Prozent, behauptet Cormeta.

Die Zeitersparnis pro Mahnantrag schätzt der Anbieter auf bis zu eine Stunde, wobei dies stark davon abhängt, wie ein Anwender heute solche Anträge stellt. Zudem kann das Mahngericht diese rascher bearbeiten. Auch die Rückmeldungen der Justiz gelangen automatisiert in das SAP-System. Somit sind Sachbearbeiter immer auf dem aktuellen Stand.

Trimahnsprint bereitet SAP-Daten für das gerichtliche Mahnverfahren auf, indem es zum Beispiel selbständig die Forderungskatalogsnummern des zentralen Mahngerichts den Mahnposten zuordnet, wenn hier eindeutige Angaben vorliegen. Die Software prüft und ergänzt gegebenenfalls Informationen, bevor sie beim Mahngericht landen. Per elektronischen Datenaustausch melden die Gerichte Informationen über Verfahrensstände und Gebühren dem Trimahn-System zurück. Diese Informationen sowie Zahlungen, Zinsen und Angaben zum Zwangsvollstreckungsverfahren bereitet die Mahnwesensoftware auf und stellt sie der SAP-Software bereit. Sollte der säumige Kunde während des Antragszeitraums eine Teilsumme entrichten, kann Trimahnsprint auch dies berücksichtigen.

Das Cormeta-Produkt setzt SAP ERP 2005 voraus, für ältere Release-Stände ist eine Anpassung machbar. Eine SAP-Zertifizierung gibt es noch nicht, und sie ist derzeit auch nicht geplant. Eine typische Installation kostet etwa 20 000 Euro. (fn)