Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

13.06.2006

SAPs Mittelstandskunden brauchen ESA-Nachhilfe

Nur wenige kleinere Kunden des Softwareherstellers haben sich bislang mit der Enterprise Services Architecture auseinander gesetzt.

Kleine und mittelgroße Firmen gerieten verstärkt unter Druck, warnte Donna Troy, verantwortlich für das weltweite Mittelstandsgeschäft der SAP. Wenn Mittelständler expandierten, seien sie einem heftigeren Wettbewerb mit den jeweiligen Branchengrößen ausgesetzt. Mit dem Wachstum steige aber auch die Komplexität der Geschäfte. Außerdem schrieben die großen Konzerne ihren kleineren Partnern immer mehr vor, nach welchen technischen Standards sich diese zu richten hätten. Wegen alledem müssten kleine und mittlere Betriebe sich mit aktuellen Techniken wie beispielsweise Service-orientierten Architekturen (SOA) auseinander setzen, mahnte die Managerin auf SAPs Kundenveranstaltung Ende Mai in Paris.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

577053: 98 Prozent aller SAP-Systeme sind verbesserungsbedürftig;

576995: SAP Solution Centers zielen auf den Mittelstand;

576938: SAP trimmt Kunden auf ESA-Kurs.

Übersetzungsprobleme

"Ich weiß nicht, was wir damit anfangen könnten", wandte jedoch Robert Jan van Duijne, CEO von Majestic Product BV, ein. Er habe auf der Konferenz zum ersten Mal von der Enterprise Services Architecture gehört. Jeremy Dahan, Marketing-Manager von Globe Diffusion, und Roger Barker, Finanzvorstand von Muntons Plc., schlossen sich dieser Einschätzung an.

"Wir müssen ESA noch für die Bedürfnisse des Mittelstands übersetzen", räumte SAPs Mittelstandsverantwortlicher für die Region Emea, Michael Schmitt, ein. Der größte europäische Softwarehersteller will die Zahl seiner Kunden bis 2010 von derzeit knapp 35000 auf rund 100000 erhöhen. Der überwiegende Anteil soll aus dem Mittelstand kommen. Vorstandsvorsitzender Henning Kagermann betonte in Paris die eigene Branchenkompetenz: "Der Mittelstand ist nicht neu für uns." SAP sei im vergangenen Jahr in diesem Marktsegment deutlich schneller gewachsen als die Wettbewerber.

Die Zahl der Industrielösungen soll sich im laufenden Jahr um 80 erhöhen. Aktuell pflegen die Walldorfer 26 Branchenpakete. Zusätzlich sollen Partner bis zu 1000 "Micro Verticals" entwickeln, um die Branchenlösungen speziell an die Bedürfnisse einzelner Nischen und auch kleinerer Unternehmen anzupassen.

Zufriedene Anwender

Von der ESA-Skepsis abgesehen, scheint die mittelständische Klientel zufrieden mit dem SAP-Angebot zu sein. Er sei froh, nicht auf die Warnungen vor dem großen Partner gehört zu haben, sagte beispielsweise van Duijne. Außerdem dürfe man nicht immer nur auf den Preis sehen. Das R/3-System sei in den vergangenen drei Jahren vielleicht einen halben Tag stillgestanden, während die Vorgängersoftware regelmäßig drei bis vier Tage pro Jahr ausgefallen sei. Es sei jedoch schwer, die Vorteile konkret zu beziffern.

Auch Dahan hat keine Probleme mit den Preisen von SAP. Sein Business-One-System habe das Unternehmen so viel gekostet wie ein Sportwagen. "Ich arbeite mit SAP, dafür fahre ich keinen Porsche." (ba)