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21.06.2002 - 

Funkfrequenz-Erkennung, Druckausgabe via Adobe, neue Benutzeroberfläche für CRM

SAPs technische Innovationen liegen im Detail

ORLANDO (mo) - Keine großen Würfe, aber viele Neuerungen im Detail - so präsentierte SAP seine Produkte auf der Hausmesse Sapphire in Orlando. Unter anderem kann das Supply-Chain-Management-Modul durch die Einbeziehung von Funkfrequenz-Erkennung Warenströme verfolgen, und eine Kooperation mit Adobe macht die individuelle Druckausgabe von Dokumenten leichter. Die erste Präsentation der Mittelstandssoftware "Business One" verblüffte durch eine gute Integration in Mysap.com.

"Was wir hier angekündigt haben, ist hilfreich, um bei den bestehenden Kunden mehr Umsatz zu machen", beschreibt Henning Kagermann, Co-Vorstandssprecher der SAP AG, die auf der Sapphire demonstrierten Neuerungen. Hasso Plattner, ebenfalls Vorstandssprecher, stellte bei seiner Präsentation dabei die Kooperation mit Adobe bei der Ausgabe von Dokumenten und die neue Benutzeroberfläche "Web Dynpro" in den Vordergrund. Die Web-Browser-basierende Technik soll mittelfristig die alte Sapgui-Oberfläche ablösen. Als erste SAP-Anwendung wird "Mysap CRM Version 3.1" damit ausgeliefert, das im dritten Quartal auf den Markt kommen soll. Bereits die jetzt verfügbare Version 3.0 ist nach Ansicht von Plattner vom Funktionsumfang her mit der Produktsuite des Konkurrenten Siebel vergleichbar.

Während Web Dynpro die Benutzeroberfläche verschönert, wird die Druckausgabe mit Hilfe von Adobe aufgepeppt. Damit begegnet SAP einem alten R/3-Problem. Die Zusammenarbeit mit Adobe gibt SAP-Kunden nämlich "eine bequeme und praktikable Lösung, um Dokumente zu erstellen und zu verwalten", urteilt Nils Niehörster, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Raad Consult. Rechnungen, Bestellungen und Standardbriefe lassen sich nun genau so erstellen, wie Anwender das möchten.

Auf der Sapphire demonstrierte Plattner außerdem, wie sich im Zusammenspiel mit der neuen Benutzeroberfläche Adobe-Dokumente elektronisch signieren lassen. Damit können zum Beispiel Bestellungen rechtsverbindlich digital versendet, empfangen und archiviert werden, was den elektronischen Geschäftsverkehr erheblich erleichtert.

Dem realen Güterverkehr hilft dagegen die Integration von Funk-Frequenz-Erkennung (Radio Frequency Identification = RFID) in die Logistiklösung "Mysap SCM". Damit lässt sich in Echtzeit feststellen, wo einzelne Waren sind. Mit RFID ausgestattete Produkte, Lagerplätze und Einkaufskörbe können jederzeit lokalisiert werden. Intelligente Softwareagenten übernehmen zusätzlich die Aufgabe, diese Daten zu sammeln und zu konsolidieren. So können Warenstöme identifiziert und Lagerbestände kontrolliert werden. "Für uns ist dies eine Schlüsseltechnologie im Supply-Chain-Management, denn so werden unsere Beziehungen zu Lieferanten transparenter", begrüßt Larry Kellam, Director Business-to-Business Supply Chain Innovation beim Konsumgüterhersteller Procter & Gamble, die Produktentwicklung.

Vorangekommen ist SAP auch im unteren Mittelstand. Das von Topmanage erworbene Produkt für diese Zielgruppe heißt nun "SAP Business One" (nicht Mysap!) und wurde in Orlando bereits mit einer umfassenden Anbindung an Mysap.com gezeigt. "Die Business-One-Integration mit Mysap.com ist sehr stark", beobachtet Analyst Niehörster. Zum Beispiel lassen sich Kennzahlen aus der Mittelstandssoftware an SAPs Data Warehouse übertragen und mit dem Analysewerkzeug "SEM" (Strategic Enterprise Management) auswerten.

So wird SAP den Bedürfnissen der anvisierten Klientel gerecht: Töchter international agierender Großunternehmen. Nach Angaben von SAP-Insidern wird Business One bereits in Paketen von einigen hundert Lizenzen an solche Großkunden vertrieben, die damit ihre kleinen Töchter und Filialen ausstatten wollen. Auf diese Weise löst der Hersteller auch das Problem, dass er noch keinen Vertriebskanal in die kleinen Firmen hat. Auf der Sapphire waren zur Channel-Strategie und zur Zahl der Partner auch keine Neuigkeiten zu erfahren. Dafür gab es immerhin Verfügbarkeitsdaten: In Deutschland kommt das Produkt im dritten Quartal heraus, in anderen europäischen Staaten und den USA im vierten Quartal. Im Fokus steht auch China, wo Business One im Lauf des kommenden Jahres ausgeliefert werden soll.

Die gute Integration des Produkts in Mysap.com zeigt nach Ansicht von Niehörster auch, dass die Exchange-Infrastruktur von Mysap Technologies sehr effizient arbeitet: "Ich glaube, dass SAP den EAI-Markt aufmischen kann." Im Vergleich zu den Produkten zum Beispiel von Baan sei der Customizing-Aufwand anscheinend sehr niedrig.

Mit Business One stützt sich das Portfolio von SAP nun auf drei Pfeiler: Business One als eigenständiges Produkt für den unteren Mittelstand, "Mysap All-in-One" als Lösung für höheren Mittelstand und Mysap.com für Großunternehmen. Mysap All-in-One ist dabei kein neues Produkt, sondern eine Umbenennung der bestehenden Mittelstandslösungen wie "Ready to Run".

Qualifizierte Mittelstandssoftware

Die Bezeichnungen waren bislang vor allem über Ländergrenzen hinweg nicht einheitlich. Außerdem sollen Lösungen und Erweiterungen von Mittelstandspartnern nun stärker auch international weiterentwickelt und vertrieben werden. Mysap All-in-One wird es also wieder als Speziallösung für einzelne Einsatzgebiete geben. Die Anwendungen werden außerdem durch SAP qualifiziert und gewartet. In Europa adressiert das Produkt zunächst sieben Branchen: Handel, Automotive, Anlagenbau und Konstruktion, Hightech, Metallverarbeitung, Service-Industrie und Pharmazie.

Diese Strategie soll wohl auch dabei helfen, einzelne Branchen stärker zu durchdringen - ein Ziel von Vorstandssprecher Kagermann. Hierzu sei es auch wichtig, das Portfolio abzurunden. Die Produktpolitik von SAP wird sich also künftig stärker um die Erweiterung bestehender Produkte drehen statt um große Neuentwicklungen.