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22.05.2006

SAS Institute vereint SOA und Analyse

Der Hersteller verspricht eine Plattform für alle Aufgaben im Daten- und Performance-Management.

Unternehmen müssen aus wirtschaftlichen und regulatorischen Gründen mehr für die Integration ihrer Datenbestände und ihre Planung mit den Geschäftsprozessen im Sinne eines Performance-Managements (PM) tun. So die Forderung auf dem "SAS International Forum" von SAS Institute in Genf, zu dem rund 2500 Teilnehmer aus aller Welt angereist waren. Im Gegensatz zu Wettbewerbern im Business-Intelligence-Markt (BI) wie Hyperion Solutions oder Cognos hatte SAS allerdings das PM-Thema lange nicht für sich besetzt. Dies wurde nun nachgeholt: "Alles, was wir tun und je gemacht haben, dient dem Performance-Management", verkündete Allan Russell, Senior Vice President Strategien.

Mehr zum Thema

www.computerwoche.de/

557837: BI-Plattform SAS 9.1.3

564696: SAS Enterprise BI Server

mehr Information zu SAS Institute unter: www.computerwoche.de/ zone/business_intelligence

Prozesse unter Aufsicht

Laut SAS-President Art Cooke ist PM nicht nur Teil des Finanz-Managements, wie dies oft behauptet wird, sondern müsse sich über alle Kernprozesse eines Unternehmens erstrecken. Sämtliche analytischen Fach- und Branchenlösungen von SAS und die "SAS Enterprise Intelligence Plattform" als deren techni- sche Basis seien daher auf ein PM ausgerichtet. Das Ziel muss es sein, Abläufe nicht nur durch vordefinierte Kennzahlen zu steuern, sondern anfallende Prozessdaten wieder in die analytischen Anwendungen zu laden. Dadurch ließen sich Abläufe laufend mit der Strategie abgleichen und die Planung verbessern.

Lösungsportfolio schwillt an

Auf der Veranstaltung kündigte SAS eine Reihe analytischer "Intelligence"-Lösungen an. Hierzu zählen das neue Produkt "SAS Customer Lifetime Value", das Versicherungen bei der Kundenanalyse helfen soll, sowie beispielsweise überarbeitete Angebote für das Kreditrisiko-Management, Credit Scoring, Operational Risk sowie für Human-Capital- und Finanz-Management. Alle Lösungen implementieren Best Practices in Form vordefinierter Datenmodelle und Kennzahlen. Ihr Aufbau war allerdings lange an den Kundenanforderungen im nordamerikanischen Markt ausgerichtet, die nicht immer den Bedürfnissen und Verfahren in anderen Ländern entsprechen. Auch in Deutschland soll erst in der letzten Zeit die Nachfrage nach analytischen SAS-Lösungen gestiegen sein, während bisher vor allem Werkzeuge für BI und Analyse im Vordergrund standen.

Parallel dazu entwickelt SAS seine Enterprise Intelligence Platform weiter. Sie soll alle Aspekte und Aufgaben in der Datenbewirtschaftung abdecken können und über das bisherige Einsatzgebiet, das Data Warehousing, hinausreichen. Eine Kernkomponente dieser Infrastruktur ist der "SAS Data Integration Server" (vormals SAS ETL Server), der im Juli in einer neuen Version auf den Markt kommt. Dessen grafische Entwicklungsumgebung "SAS Data Integration Studio" wurde jetzt mit Version 3.4 erheblich ausgebaut. Sie soll insbesondere den Programmieraufwand bei der Arbeit mit Transformationsregeln erheblich reduzieren. So lassen sich erstmals Message Queues einbeziehen. "Sie lassen sich so verwenden, als wären sie Dateien innerhalb einer Anwendung", erläuterte Mark Torr, Technology Strategy Manager für Europa, den Mittleren Osten und Afrika (Emea) bei SAS. Neu ist ebenfalls die Option, XML-Dateien als In- und Output zu verarbeiten. Künftig werden sich zudem auch alle Datenintegrationsaufgaben als XML-Web-Services implementieren lassen - ein wichtiger Schritt in der Strategie des Herstellers in Richtung einer Service-orientierten Produktarchitektur.

Nun auch Kundenstammdaten

Eine zentrale Neuerung im Data Integration Server ist Technik für Customer Data Integration (CDI), also die Verwaltung von Kundenstammdaten. Die Lösung, mit der SAS erstmals dieses Anwendungsgebiet im Daten-Management betritt, soll für konsistente Daten zwischen operativen Systemen sorgen. Zum Lieferumfang gehören ein vordefiniertes Datenmodell sowie über hundert Datendienste wie "Add Customer", "Update Address" und "Update Phone Number". Die Software verfügt auch über Datenqualitätsfunktionen (beispielsweise phonetischer Namensvergleich), die SAS mittlerweile eng in den Data Integration Server eingebunden hat. Daneben bietet der Hersteller eine Lösung für Datenqualität, die operativen Anwendungen vorgeschaltet werden kann, um Systemaktualisierungen zu verbessern.

Wie bei Wettbewerbern orientiert auch SAS seine Datenintegrationstechnik und Produktstrategie mittlerweile ganz an dem Konzept einer Service-orientierten Architektur (SOA). Laut Manager Russell ist die SAS Enterprise Intelligence Platform bereits gemäß den SOA-Prinzipien entworfen und entwickelt worden. Derzeit arbeite man daran, weitere Dienste der Plattform als Web-Service für externe Anwendungen und Prozesse verfügbar zu machen. Ebenso sollen Web-Services (und andere SOA-Dienste) auch innerhalb der SAS-Produkte als Integrationsvehikel fungieren, wobei die Diskussion über das Ausmaß und die Granularität dieser Dienste noch laufe, sagte Russell gegenüber der computerwoche.

Web-Services überall

Bereits die kommende Version 9.2 des SAS-Systems werde erheblich mehr mit Web-Services arbeiten, versprach Manager Torr. Dann werde es beispielsweise möglich, externe Dienste aufzurufen, ohne wie bisher eine Schnittstelle programmieren zu müssen. Die geplanten SAS-Web-Services umfassen Infrastrukturdienste sowie zusammengesetzte Anwendungsdienste wie "Credit Scoring". Neben der Produktentwicklung will SAS künftig auch über die Initiative für Business Intelligence Competence Center, Web-Seminare und den Aufbau eines zusätzlichen Expertenteams das Thema Datenintegration voranbringen.