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11.07.1997 - 

Die Kosten tragen finanzstarke Geschäftsreisende

Satellitenkonsortien schießen Milliardensummen in den Orbit

Um die 40 Milliarden Dollar werden Anbieter in den nächsten Jahren in Satellitenprogamme investieren. Die Trabanten werden zumeist im Low Earth Orbit (LEO) Kommunikationsnetze aufspannen, in denen sich vor allem reisende und mit Handies ausgestattete Geschäftsleute verfangen sollen.

Aus der Reihe tanzt allerdings der "Inmarsat-3"-Dienst. Das Konsortium International Maritime Satellite Organization (Inmarsat) baut derzeit eine Infrastruktur im Geostationary Earth Orbit (GEO) mit insgesamt fünf Trabanten auf. Damit wollen die Betreiber Sprach-, Fax- und Datendienste für Laptop-große Terminals anbieten. Als Vorteil kann Inmarsat für sich verbuchen, daß bereits vier jeweils 175 Millionen Dollar teuere Satelliten ihren Dienst tun.

Inmarsat sitzt die Konkurrenz im Nacken, denn schon werden für das reine Datennetz "Orbcomm" die ersten LEO-Satelliten in Stellung gebracht. Insgesamt sollen 28 bis 36 Himmelskörper die mobile Datenkommunikation für Applikationen wie Flotten-Management, Anlagenüberwachung und Ortung sicherstellen. Als deutscher Orbcomm-Partner fungiert die OHB Teledata GmbH in Bremen.

Von größerem Kaliber ist das "Iridium"-Projekt von Motorola, Sprint, Hewlett-Packard und Otelo. Nach Investitionen von etwa 3,5 Milliarden Dollar sollen 66 LEO-Satelliten Sprach-, Daten-, Fax- und Paging-Dienste mit kleinen Endgeräten offerieren. Zwölf Trabanten haben bereits ihre Umlaufbahn erreicht, so daß Iridium voraussichtlich im September nächsten Jahres funkbereit ist. Die Partner rechnen damit, bis zum Jahr 2005 etwa drei Millionen Kunden zu gewinnen.

Der direkte Konkurrent "Globalstar" startet kurz danach. Etwa zum Jahreswechsel 1998/99 bedienen den Plänen zufolge weitere 48 LEO-Satelliten die gleiche Zielgruppe. Wie Iridium wird auch Globalstar neben den oben erwähnten Diensten Roaming-Möglichkeiten zu GSM-Netzen bieten. Dazu investieren Qualcomm und Loral Aerospace sowie die deutsche DASA 2,3 Milliarden Dollar. Sie sollen sich mit Hilfe der erhofften fünf Millionen Kunden amortisieren.

Einen etwas ungewöhnlichen Ansatz verfolgt Hughs Communications Galaxy. Mit bis zu zwanzig GEO-Satelliten in vier Clustern will man das Multimedia-Netz "Spaceway" aufbauen, das hohe Kapazitäten zur Verfügung stellt. Sprach- und Datenübertragungen mit 1,5 Mbit/s, Video-Applikationen sowie breitbandiger Online-Zugang erfordern Investitionen in Höhe von 5,1 Milliarden Dollar. 1999 soll das Netz in Betrieb gehen.

Etwa ein Jahr später soll das nächste Konsortium folgen. "ICO" wird Sprache, Daten, Fax und Paging mittels zehn Satelliten im Medium Earth Orbit (MEO) transportieren. An dem Projekt sind unter anderem Inmarsat und die T-Mobil beteiligt, die rund 2,5 Milliarden Dollar bereitstellen, um bis zum Jahr 2003 etwa 2,5 Millionen Kunden zu versorgen.

Mit rund einer Million Kunden begnügt sich "Ellipso". Die Mobile Communications Holding Inc. in Washington möchte ab dem Jahr 2000 insgesamt 16 Satelliten in elliptischen Umlaufbahnen um die Erde kreisen lassen, um terrestrische Daten- und Telefonnetze zu ergänzen oder eigene Sprach- und Datendienste anzubieten. Die Angaben über das Investitionsvolumen schwanken zwischen 750 und 900 Millionen Dollar.

Etwa das Vierfache an Startkosten veranschlagen die Betreiber des "Odyssey"-Verbunds. TRW und Teleglobe katapultieren ein Dutzend MEO-Trabanten in das Weltall, um ab 2001 in den Markt für weltweite Daten- und Sprachübertragung einzutreten. Darüber hinaus bieten sie Paging- und Ortungsfunktionen für eine kalkulierte Anwenderzahl von zwei bis drei Millionen an.

Einem der ehrgeizigsten Projekte haben sich Bill Gates und McCaw Cellular verschrieben. Sie wollen mit "Teledesic" ein weltweites, breitbandiges Multimedia-Netz aufbauen. Ursprünglich planten sie, annähernd 800 LEO-Satelliten den Erdball umkreisen zu lassen. Mittlerweile wurde die Zahl auf 288 reduziert. Dennoch entstehen den Investoren Kosten in Höhe von neun Milliarden Dollar, die sie mit Hilfe von zehn bis 20 Millionen Teilnehmern wieder einbringen wollen.

Zeitlich könnte Teledesic mit "Skybridge" kollidieren, denn das 3,9 Milliarden Dollar teure Netz von Alcatel Alshtom soll ebenfalls im Jahr 2001 den Betrieb aufnehmen. Skybridge wird auf 64 LEO-Satelliten basieren, die Internet-Zugang, Bandwidth on demand mit Übertragungsraten von bis zu 60 Mbit/s sowie Video und LAN-WAN-Interconnections realisieren sollen.

Last, but not least kommt erneut Motorola ins Spiel. "Celstri" erreicht das astronomische Investitionsvolumen von 12,9 Milliarden Dollar. 63 LEO-Satelliten sollen Video- und Breitbanddienste mit 155 Mbit/s realisieren.