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02.04.1999 - 

Satire

Satire CW-Wert

Einen ungewollten Grundkurs in Erkenntnistheorie gibt Hewlett-Packard mit seiner Druckerwerbung (die mit Turnschuh und Duftspray): "Nur die Wirklichkeit wirkt wirklicher." Die drei letztgenannten Wörter lassen sich alle auf den Begriff der Wirkung zurückführen, wie ihn einst der Philosoph Gottfried Wihelm Leibniz, Erfinder der digitalen Zahlen(!), gegen den rationalistischen Seinsbegriff von Réné Descartes durchgesetzt hat. Leibniz meinte, es komme nicht darauf an, wie, sondern daß etwas funktioniert. Neudeutsch nennen wir das heute das Black-Box-Prinzip. Bis zu diesem Punkt können wir als optimistisch-fortschrittlich denkende Menschen der These Hewlett-Packards folgen. Doch die Behauptung, daß Wirklichkeit nicht wirklicher als ihr Abbild ist, sondern lediglich so wirkt, erschüttert unsere Zuversicht zutiefst. Hier offenbart sich wie in Platos Höhlengleichnis der Zweifel der HP-Marketiers, daß, was wir wahrnehmen, nicht viel mit dem zu tun haben könnte, was tatsächlich ist. Gibt es den Drucker tatsächlich, der mir diese tollen Bilder liefert, oder ist er lediglich Schatten einer uns unzugänglichen Realität? Ist die Wirklichkeit so unwirklich wie die Bewertung der Internet-Aktien an den US-Börsen? Aus diesem absatzgefährdenden Dilemma befreit uns die Postmoderne, die sich zwar der Nichtigkeit der Welt bewußt ist, sie aber begrüßt. Auf diese Weise können wir beruhigt zu Leibniz'' Lehre zurückkehren, nach der es nur auf eins ankommt: Hauptsache, der Drucker druckt.