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09.02.1996

Satire/CW-Wert

Ich bin kein Telekom-Spezialist, trotzdem durfte ich unverhofft in einem Kreis einschlaegiger Kenner ein exzellentes Dinner mit viel gutem Wein geniessen. Natuerlich wurde gefachsimpelt. Einig ist sich die Fachwelt ganz offensichtlich in der abgrundtiefen Verachtung der Deutschen Bundespost Telekom. Man ueberbot sich in der Aufzaehlung von Fehlern und Versaeumnissen, die alle in dem Vorwurf gipfelten, dass die Telekom trotz einer hervorragenden Infrastruktur nicht in der Lage sei, anstaendige Dienste anzubieten. Daher muesse man diesem Buerokratenladen moeglichst viele Kompetenzen entziehen und sie in die Haende der weit effizienteren Privatwirtschaft legen. Es muss am dritten oder vierten Burgunder gelegen haben, dass ich zur spaeten Nachtstunde nicht mehr in der Lage war, den feinen Veraestelungen der sicherlich einleuchtenden Argumente zu folgen. In vino veritas. Ploetzlich roterregte Gesichter, fuchtelnde Haende, wachsende Lautstaerke, kurz: Neid. Nicht nur dass es eine Behoerde geschafft hat, sich - schon das ein glatter Affront gegen das Selbstbewusstsein der Marktwirtschaftler - eine hochmoderne Infrastruktur aufzubauen, nun besitzt sie darueber hinaus noch die Frechheit, sich die damit geschaffenen Verdienstmoeglichkeiten von der Wirtschaft nicht widerstandslos wegnehmen zu lassen. Ob das kommende Oligopol aus der Energiewirtschaft wohl dem bisherigen Post-Monopol ueberlegen sein wird? Herr Ober, bringen Sie mir noch ein Glas Wein, ich glaube, ich werde nuechtern.