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26.01.1990 - 

Positive Aspekte verstellen nicht den Blick für die Risiken

Save-Anwenderverein sieht Siemens-Nixdorf-Deal kritisch

BERLIN (CW) - Mit eher gemischten Gefühlen steht der Siemens-Anwenderverein "Save" der geplanten Zusammenlegung des Siemens-Bereichs Daten- und Informationstechnik mit Nixdorf zur Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG gegenüber.

Die COMPUTERWOCHE druckt die Stellungnahme von "Save" hier im Wortlaut ab:

Das neue Jahr hat in der DV-Welt mit einem Paukenschlag begonnen, der noch lange nachklingen wird. In der an technischen, unternehmerischen und personalpolitischen Überraschungen wahrlich nicht armen Historie der EDV halten wir das Zusammengehen von Siemens und Nixdorf für eine der bedeutendsten Ereignisse der letzten Jahre. Für uns als Kunden des Siemens-Bereiches DI sind damit Veränderungen zu erwarten, Kundeninteressen sind berührt. Save sieht sich aufgerufen, diese Kundeninteressen zu vertreten.

Für die Anwender sehen wir:

- Es entsteht ein starkes DV-Unternehmen im europäischen Markt.

- Das neue Unternehmen verfügt in allen Marktsegmenten über Angebote zur DV-gestützten Informationsverarbeitung und hat eine breite, europaweite Kundenbasis.

- Zum Vorteil der mittelständischen Anwender wird ein starkes europäisches Unternehmen die notwendigen Normierungen für offene Systeme und ihre Umsetzung beschleunigen.

- Europa- und weltweit agierende Unternehmen finden nun für ihre informationstechnischen Probleme einen auch weltweit aktiven Partner.

Der Anwenderverein Save hat immer die These eines "am Weltmarkt starken und wichtigen Lieferanten" vertreten, da dies bei seinen Mitgliedsfirmen das Vertrauen in die richtige Hersteller-Entscheidung stärkt. Das neue Unternehmen erfüllt diese Forderung. Neben all diesen positiven Aspekten sehen wir auch einige Risiken:

- Die heute behobenen Koordinierungs- und Abstimmungsmängel zwischen dem Bereich DI (Daten- und informationstechnik) und den übrigen Siemens-Bereichen, wie zum Beispiel PN (Private Kommunikationssysteme) und AUT (Automatisierungstechnik) könnten wieder zum Nachteil der Nutzer auftreten. Angebote für bereichsübergreifende Lösungen kämen nicht mehr aus einer Hand.

- Für den Anwender wird durch die Bezeichnung SNI beziehungsweise Siemens-Nixdorf Informationssysteme AG nicht deutlich, daß Siemens an der neuen Firma die deutliche Mehrheit haben wird.

- Es ist zu befürchten, daß sich das neue Unternehmen über längere Zeit mehr mit sich selbst als mit den Problemen der Kunden beschäftigen wird.

- Es könnte ein Qualitätsverlust eintreten.

Heute zahlt sich aus, daß Save zu Siemens auf breitester Ebene Kontakt aufgebaut hat - zu Entwicklung, Produktplanung und Vertrieb, von Spezialisten bis zum Top-Management. Dies und eine außerordentlich solide Vertrauensbasis werden uns helfen, die Save-Mitglieder gegenüber dem neuen Unternehmen gewichtig zu vertreten.

Der Verein Save wird als Interessenvertreter der Anwender und Nutzer auch mit dem neuen Unternehmen partnerschaftlich zum Nutzen seiner Mitglieder zusammenarbeiten.