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02.02.1990

Save Our Siemens

Wir bringen in dieses Geschäft unser ganzes Halbleiter-Know-how ein und das Wissen um das System-Design. Ich möchte behaupten, daß National in zehn Jahren der zweitgrößte Computerlieferant hinter IBM ist - so Robert R. Heikes von National Semiconductor im Februar 1980 in einem CW-Gespräch über die Pläne des amerikanischen Chip-Anbieters, im DV-Markt Fuß zu fassen.

Wir wissen nicht, wie sich Heikes heute zu dem NAS-Debakel äußern würde. Der PCM-Neuling konnte gegen die IBM nicht bestehen, fand vor kurzem bei seinem OEM-Lieferanten Hitachi Unterschlupf. Man mag Heikes im nachhinein zugute halten, daß er den Computermarkt nicht kannte. Dort herrschen eben (IBM-)eigene Gesetze. Das haben auch die US-Halbleitergiganten Texas Instruments, Motorola und Intel zu spüren bekommen. Umgekehrt konnten die Auch-Computer-Hersteller Siemens und Philips vom "Run ins Silicon" als DV-Konkurrenten der IBM nicht profitieren. Philips mußte im Universalrechnergeschäft gar die Waffen strecken.

Komplizierter liegen die Dinge bei der Siemens AG. Verluste im Computergeschäft wurden jahrelang durch die Bonner DV-Förderpraxis "sozialisiert", wogegen insbesondere Heinz Nixdorf immer gewettert hat. Über die Bedingungen für den nun aus dem Konzernverbund herausgelösten Geschäftsbereich Daten- und Informationstechnik ist alles gesagt. Mit ihren sattsam bekannten Lock-in-Methoden (jüngste Beispiele: AS/400 und SAA) blockiert die IBM den Markt; die Wettbewerbsfähigkeit der Nicht-IBM-Anbieter wird ausgehöhlt.

Die Statements von Siemens-Vorstandschef Karlheinz Kaske zur DI-Nixdorf-Fusion lassen zwar durchaus auch die Interpretation zu, daß man die Situation für alarmierend hält, weil sich immer mehr international operierende Großanwender unter dem Aspekt der weltweiten DV-Präsenz für IBM entscheiden. Andererseits aber kooperiert Siemens bei der Chip-Entwicklung mit IBM, wodurch die Bedeutung des "SieNix"-Deals für die Siemens AG relativiert wird. Der Elektroriese Siemens ist auf eine starke Chip-Produktion angewiesen. Auch der DV-Anbieter Siemens-Nixdorf?

Was die "Arge DRAM" betrifft, so sieht sich Big Blue offenbar nicht ungern in die Rolle des Verteidigers eines erweiterten DV-Abendlandes (Europa und USA) gegen die bösen Invasoren aus Japan und Fernost gedrängt. Aber der Chipmarkt (Beispiel Natsemi) ist eine ganz andere Baustelle, und nicht wenige Experten behaupten, daß das Quasi-Monopol des Chip-Selbstversorgers IBM im heimischen Computermarkt die amerikanische Halbleiterindustrie entscheidend behindert habe. Die Frage muß erlaubt sein: Warum läßt ein so renommierter Hersteller wie Hewlett-Packard die US Memories Inc. platzen? Zusatzfrage: Hat schon jemand gefragt, ob der Siemens-Ingenieur Kaske den Computermarkt kennt?