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13.01.1978 - 

Die Würfel sind gefallen:

SBG erneuert die Ehe mit Univac

13.01.1978

ZÜRICH (sg) - Etwas mehr als drei Jahre nach dem Debakel mit der CDC unternimmt die Schweizerische Bankgesellschaft SBG einen neuen, langfristig angelegten - Insider sprechen von acht bis zehn Jahren - Anlauf, doch noch ein integriertes Banken-System auf die Beine zu stellen. Der Partner bei diesem Geschäft, das ein Volumen von 200 Millionen Franken repräsentiert (damit dürfte dies wohl der bisher größte aus der schweizerischen Privatwirtschaft stammende Computerauftrag sein), ist Univac.

Univac hat damit den Mitbewerber IBM ein weiteres Mai hinter sich gelassen, obgleich IBM, aufgrund einer Reihe von realisierten

Banken-Systemen in anderen Schweizer Großbanken, sehr wohl auch ein vortreffliches Angebot zu machen verstanden hat.

Aber Univac war auch bereits der Retter in der Stunde der Not: Als das auf dem CDC-Cyber (mit CDC gibt's noch gerichtliche Auseinandersetzungen) basierende UBISCO-System der SBG zusammenbrach, stellte Univac prompt fünf revidierte Altcomputer der Serie 494 zur Verfügung.

Das alte EDV-Konzept, das doch immerhin bis heute den Anschluß von rund 300 Terminals in 40 über die ganze Schweiz verteilte (und in sieben Rechenzentren organisierte) Vertretungen der SBG ermöglicht, bildet nun den Garanten dafür, ein neues System, das weitgehend den Zielvorstellungen, des geplanten UBISCO entspricht, in, Anlehnung an die Urrechenmaschine ABAKUS benannt, in Ruhe zu realisieren.

In neuen, maßgeschneiderten und integrierten Datenverarbeitungs-System der SBG werden in Zukunft Univac-Doppelrechner 1100/82 eingesetzt. Kostenpunkt dieser Anlagen pro Stück 15 bis 20 Millionen Franken. Man rechnet bei der SBG mit dem Einsatz von drei bis vier Anlagen dieses Typs, die übrigens von der Bank gekauft werden. Die erste Anlage soll Mitte 1978 in Zürich-Altstetten in Betrieb gehen. Um den schrittweisen Überging von den 494 auf 1100/82 zu erleichtern, werden die neuen Systeme zunächst über Emulation mit den alten Programmen arbeiten. Dadurch soll ein neuerliches Fiasko von vornherein ausgeschlossen werden.

Damit ist nun auch die SBG, als die größte Universalbank der Schweiz, wieder auf dem Wege zu einem zeitgemäßen EDV-Verfahren und außen dem dabei, den technologischen Rückstand gegenüber andere Großbanken (Bankverein Basel und die Kreditanstalt Zürich) wettzumachen.