Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.08.2002 - 

IT-Dienstleister muss 250 Millionen Euro einsparen

SBS-Chef Stodden plant weiteren Stellenabbau

02.08.2002
MÜNCHEN (wh) - Trotz weit reichender Restrukturierungsmaßnahmen im vergangenen Jahr sieht sich Siemens Business Services (SBS) gezwungen, die Personalkosten weiter zu reduzieren. Vorstandschef Paul Stodden will die Kapazität weltweit um 2500 Mannjahre senken, dabei jedoch betriebsbedingte Kündigungen vermeiden.

"Beschäftigungssicherung durch Kapazitätsanpassung", heißt die Devise beim IT-Dienstleister des Siemens-Konzerns. In einem "Brief des Bereichsvorstands an alle SBS-Mitarbeiter" vom 24. Juli informierte das Management über die jüngsten Sparpläne. Demnach ist vorgesehen, die Personalkapazität in Deutschland um zehn Prozent zu reduzieren, was rund 1400 Mannjahren entspricht. Im Ausland sollen weitere 1100 Mannjahre wegfallen.

Im laufenden und im nächsten Jahr will die Siemens-Tochter auf diese Weise rund 250 Millionen Euro einsparen.

Mit dem euphemistischen Begriff Mannjahre vermeidet SBS konsequent das Wort Personalabbau. Gemeint sei damit ein bestimmtes Arbeitsvolumen, das man einsparen wolle, erläuterte Sprecher Jörn Roggenbuck. Dazu habe man ein ganzes Bündel an Maßnahmen ins Auge gefasst. An erster Stelle stehe die Reduzierung externer Arbeitskräfte.

Darüber hinaus strebe man in einigen Bereichen eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 40 auf 35 Stunden an. Freie Stellen sollen entweder gar nicht oder nur noch mit internem Personal besetzt werden. In stärkerem Maße als bisher wolle das Management darauf drängen, Urlaubskonten und Überstunden abzubauen. Daneben denke man über "flexible Maßnahmen" wie Teilzeitarbeit oder Vorruhestandsregelungen nach.

"Wir wollen dieses Programm ohne Kündigungen realisieren", erklärte Roggenbuck auf Nachfrage, wollte jedoch betriebsbedingte Kündigungen nicht generell ausschließen. Eben dies verlangen die Arbeitnehmervertreter. "Wir werden den Druck erhöhen, um solche Garantien zu bekommen", sagte Wolfgang Müller, Siemens-Betreuer bei der IG Metall, der CW. Grundsätzlich halte man das Programm für vernünftig. Nun gehe es darum, die Rahmenbedingungen auszuhandeln.

Schwaches Lösungsgeschäft

Betroffen von den Kürzungen ist laut Roggenbuck in erster Linie das Lösungsgeschäft. Kunden scheuten derzeit vor allem innovative Projekte wie die Einführung von CRM-Systemen. Im weniger konjunkturabhängigen Outsourcing-Geschäft entwickle sich die Nachfrage weiter positiv.

Spekulationen, denen zufolge sich Siemens langfristig von dem IT-Dienstleister trennen wolle, erteilte er eine Absage. Der Konzern sei von der Maßgabe, 50 Prozent des Umsatzes mit Dienstleistungen zu erwirtschaften, "keinen Deut abgerückt". Er könne sich nicht vorstellen, wie sich dieses Ziel im IT-Sektor ohne eigenen Dienstleister erreichen lassen sollte. SBS halte an der Vorgabe fest, im Jahr 2004 eine Ebit-Marge von fünf bis sechs Prozent zu erreichen.

Für Jean-Christian Jung von der IT-Beratung PAC kommen die Sparpläne nicht überraschend. SBS sei wie andere Serviceanbieter von der schwierigen Marktlage betroffen. Im besonders schwachen Projektgeschäft sei jedoch in den Jahren 2003 und 2004 wieder mit einem Wachstum um acht und dreizehn Prozent zu rechnen.

Paul Stodden, der zum 1. Dezember 2001 Friedrich Fröschl als SBS-Chef ablöste, ließ bereits im vergangenen Geschäftsjahr die Mitarbeiterzahl von damals 36000 um rund 2100 reduzieren. Nach weit reichenden Restrukturierungsmaßnahmen schrieb SBS im ersten Quartal wieder schwarze Zahlen. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres (Stichtag: 30. Juni) ging der Umsatz um drei Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 29 Prozent auf fünf Millionen Euro.

Siemens I&C

Ergebnis vor Steuern und Zinsen in Millionen Euro im dritten Quartal

/ 2002 / 2001

IC Networks / -84 / -536

IC Mobile / -9 / -511

SBS / 5 / 7

Quelle: Siemens