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BBC unterschreibt, NSI verlängert


08.10.2004 - 

SBS gewinnt britische Großaufträge

MÜNCHEN (CW) - Siemens Business Services (SBS) gewinnt im britischen Servicemarkt an Gewicht. Die BBC unterschrieb mit dem Dienstleister nun einen Auslagerungskontrakt und das staatliche Finanzinstitut National Savings Investments (NSI) vorzeitig einen Outsourcing-Vertrag. Intern steht zudem die Tochter Sinius in der Diskussion. Dort will das Management 30 Prozent der Kosten einsparen.

Die BBC und SBS unterschrieben einen Auslagerungsvertrag mit einer Laufzeit von zehneinhalb Jahren und einem Volumen von 2,7 Milliarden Euro. Er verpflichtet den Münchner IT-Dienstleister zum Betrieb der IT, der Kommunikationsnetze und der TV-Übertragungstechnik. Die BBC erhofft sich von dem Vertrag jährliche Einsparungen in Höhe von 45 Millionen Euro.

Mitarbeiterschutz für ein Jahr

Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt SBS BBCs IT-Tochter BBC Technology samt 1400 Mitarbeitern. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Unternehmen Stillschweigen, Medienberichten zufolge soll er weniger als 300 Millionen Euro betragen. Gegen die Übernahme hatte sich die Mitarbeitervertretung lange gewehrt. Sie forderte vom neuen Betreiber Beschäftigungsgarantien und Gehaltserhöhungen. Beide Seiten einigten sich nun darauf, die bestehenden Arbeitskonditionen für mindestens drei Jahre unangetastet weiterzuführen. In den ersten zwölf Monaten verzichtet SBS zudem auf betriebsbedingte Kündigungen.

Nahezu zeitgleich konnte SBS die Verlängerung des Business-Process-Outsourcing-(BPO-)Vertrags mit dem staatlichen Finanzinstitut National Savings and Investments melden. Seit 1999 betreibt SBS einige Geschäftsprozesse der britischen Sparkassen und hat zum Start der Zusammenarbeit knapp 4000 Beamte übernommen. Das Abkommen wurde nun von National Savings Investments vorzeitig um fünf Jahre verlängert, so dass der Betreibervertrag erst im Jahr 2014 endet. SBS hat sich damit weitere 600 Millionen Euro Einnahmen gesichert.

Viel Ärger um NSI-Vertrag

Der ursprüngliche Vertrag hatte ein Volumen von 1,4 Milliarden Euro und wurde noch unter dem damaligen SBS-Chef Friedrich Fröschl abgeschlossen. Nicht zuletzt die enormen Probleme mit diesem Deal kosteten Fröschl den Job bei SBS, nachdem National Savings in der Bilanz 2001 mit einem Minus von 192 Millionen Euro verbucht wurde. Selbst im Jahresabschluss 2003 musste SBS für diesen Deal noch 92 Millionen Euro zurückstellen. Angeblich hat der Betreiber die Probleme mittlerweile im Griff.

Auch intern dreht SBS weiter an der Kostenschraube. Wie ein Unternehmenssprecher bestätigte, gibt es derzeit außerplanmäßige Gehaltsverhandlungen mit der Mitarbeitervertretung der SBS-Tochter Sinius. Das auf das Desktop-Management spezialisierte Unternehmen ist eine Ausgründung der Deutschen Bank und gehört mittlerweile zu mehr als 80 Prozent der SBS. Angaben der Gewerkschaft Verdi zufolge sollen die Jahreszielgehälter von rund 1800 Mitarbeitern um zehn Prozent gesenkt werden. Zusätzlich sollen die Beschäftigten auf Urlaubstage und Zuschläge verzichten. Insgesamt werde eine Kostenersparnis von 30 Prozent anvisiert, berichtet das "Manager Magazin" in seiner Online-Ausgabe. SBS bestätigte diese Zahlen nicht. (jha)