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14.11.2006

SBS kommt Siemens doch noch teurer als gedacht

14.11.2006
Der Konzern muss weitere Millionen in die Krisensparte investieren.

Die Sanierung der IT-Servicesparte Siemens Business Services (SBS) ist noch nicht in trockenen Tüchern. Vergangene Woche hatte der Konzern bei Vorlage der Jahresbilanz einen Verlust für SBS im Abschlussquartal (Ende: 30. September) von 27 Millionen Euro ausgewiesen. Das klang besser als erwartet - in den ersten neun Monaten hatte sich das Minus schließlich auf 522 Millionen Euro summiert. Im SBS-Defizit des Gesamtjahres von 549 Millionen Euro sind 393 Millionen Euro Restrukturierungskosten enthalten. Im Geschäftsjahr 2005 hatte SBS einen Verlust von 690 Millionen Euro ausgewiesen.

Doch die Verbesserung der Ertragssituation vollzog sich nur auf dem Papier. Finanzvorstand Joe Kaeser räumte bei der Bilanzpräsentation ein, im laufenden Berichtszeitraum weitere Millionen für die Restrukturierung ausgeben zu müssen: Weil die Gewerkschaft IG Metall einem Lohnverzicht bei SBS nicht zugestimmt habe, hätten die Kosten bis dato nicht verbucht werden können. Presseberichten steht eine Summe von bis zu 200 Millionen Euro im Raum, die für die weitere Restrukturierung anfallen wird. Damit hätte SBS im Abschlussquartal erneut ein schlechtes Ergebnis abgeliefert. Doch selbst mit den "guten" SBS-Zahlen ist Firmenchef Klaus Kleinfeld mit einer Marge von minus 10,6 Prozent weit von seinem ursprünglich ausgegeben Ziel (plus fünf bis sechs Prozent) entfernt. Nachdem die IT-Dienstleistungssparte Mitte des Geschäftsjahres ihren Wartungsbereich Product Related Services (PRS) an die Halbschwester Fujitsu-Siemens Computers (FSC) abgegeben hatte, sank der Umsatz von 5,4 Milliarden auf 5,16 Milliarden Euro. Auch der Auftragseingang schmolz zusammen.

Insgesamt muss Kleinfeld seine Jahresbilanz aber nicht verstecken: Die Siemens AG konnte unter der harten Hand des Vorstandsvorsitzenden im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn kräftig steigern. Der Nachsteuergewinn übertraf mit 3,1 Milliarden Euro das Vorjahresergebnis um 38 Prozent. Die Einnahmen konnte Siemens im Gesamtjahr um 16 Prozent auf 87,3 Milliarden Euro ausweiten. Der Unternehmensbereich Communications steigerte die Einnahmen um sieben Prozent auf 13,1 Milliarden Euro, das Bereichsergebnis fiel bedingt durch die Restrukturierung von 421 Millionen Euro im Vorjahr auf 283 Millionen Euro. Siemens nahm im Carrier-Geschäft 9,8 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,9 Milliarden Euro) ein. Dieser Unternehmensbereich wird 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia (Nokia Siemens Networks) eingebracht, wobei die Münchner 40 000 Mitarbeiter transferieren wollen. Das Geschäft mit Unternehmenskunden, für das der Konzern noch eine "Lösung" sucht, war mit 3,34 Milliarden Euro leicht rückläufig (Vorjahr: 3,45 Milliarden Euro). (hv/ajf)