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19.09.2006

SBS-Sanierung hat Folgen für Mitarbeiter

Das zu hohe Gehaltsniveau der Belegschaft soll korrigiert werden.

Die Konzernspitze plant Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall über einen Ergänzungstarifvertrag. Ziel ist es, die Personalkosten bei Siemens Business Services (SBS) zu senken. Dazu sollen Arbeitszeiten und Gehälter von rund 12 000 in Deutschland beschäftigten SBS-Mitarbeitern auf allen Unternehmensebenen angepasst werden. Die damit angestrebten Einsparungen von rund 100 Millionen Euro sind Teil eines 1,5 Milliarden Euro teuren Sanierungsprogramms, das SBS bereits Ende vergangenen Jahres vorgelegt hatte.

IG Metall stellt Forderungen

In ersten Gesprächen mit der IG Metall räumte das SBS-Management ein, dass es in den vergangenen Jahren Versäumnisse gegeben habe. Außerdem legte die Führungsmannschaft den Gewerkschaftsvertretern die wirtschaftliche Situation dar und skizzierte die künftige Strategie, die eine enge Bindung an den Siemens-Konzern vorsieht. Zu den Plänen im externen Geschäft wurde nichts bekannt. Die Offenheit ist nicht uneigennützig, denn nur im Verbund mit der IG Metall kann sich die Führungsspitze auf einen Ergänzungstarifvertrag verständigen. Ansonsten wären Verhandlungen mit jedem einzelnen Mitarbeiter erforderlich.

Die IG Metall zeigte sich gesprächsbereit, veröffentlichte zugleich ihre Forderungen: Einschnitten auf Mitarbeiterseite stimme sie nur zu, wenn die Unternehmensführung zu Gegenleistungen wie Beschäftigungssicherung, Standortgarantien und Investitionszusagen bereit sei. Die Last der Restrukturierung müsse zwischen Tarifkreis, Führungskreis, Geschäftsführung und Kapitalgeber aufgeteilt werden. Die Leistungen müssten auf alle Belegschaftsgruppen gleichmäßig und nachprüfbar verteilt werden. Mitarbeiter, die ausscheiden, sollen keinen Beitrag zur Sanierung leisten müssen.

Vorstandsbezüge steigen

Für Verärgerung auf der Arbeitnehmerseite haben Pläne des Siemens-Aufsichtsrats gesorgt, die Vorstandsgehälter um bis zu 30 Prozent zu erhöhen. Der Chef des Gremiums Heinrich von Pierer begründete die kräftigen Aufschläge damit, dass die Bezahlung der Vorstands- mitglieder nach drei Jahren ohne Lohnerhöhung am unteren Ende der Vorstandsentlohnung in vergleichbaren Konzernen angelangt sei. "Die Entwick- lung des Unternehmens rechtfertigt die geplanten Einkommenssprünge für die Manager in keiner Weise", schimpfte dagegen die "Süddeutsche Zeitung". "Der Dax entwickelte sich in den vergangenen drei Jahren viermal besser als die Siemens-Aktie."

Derweil bestätigte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld frühere Mut- maßungen indirekt, dass der Konzern an SBS festhalte, weil die erzielbaren Verkaufserlöse zu gering seien. "Die Analysten schätzen den Wert der Sparte aktuell auf rund eine Milliarde Euro", sagte Kleinfeld der fran- zösischen Tageszeitung "Les Echos". Dies sei Siemens für ei- ne Einheit mit fünf Milliarden Euro Jahresumsatz zu wenig. Erneut bekräftigte er die Margenziele sämtlicher Siemens-Einheiten. SBS muss im kommenden April eine Gewinnspanne von fünf bis sechs Prozent aufweisen. "Sie werden am nächsten operativen Ergebnis sehen, dass wir den Boden bereits gesehen haben und in eine Erholungsphase übergegangen sind", lautet seine Einschätzung zur SBS-Entwicklung. (jha)