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02.05.2006

SBS und Com bremsen den Höhenflug von Siemens

Ein kräftiger Verlust der IT-Servicesparte SBS und mäßige Zahlen im Netzwerkgeschäft schmälern ein ansonsten glänzendes Konzernergebnis.

Die Siemens AG hat ihren Nettogewinn im zweiten Geschäftsquartal 2005/06 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent auf 887 Millionen Euro gesteigert. Gar um 21 Prozent legte der Umsatz zu, der sich auf 21,51 Milliarden Euro belief. Wenig erfreulich schnitt dabei der Unternehmensbereich Communications ab, dessen Bereichsergebnis von 108 Millionen Euro im vergleichbaren Vorjahresquartal auf 27 Millionen Euro einbrach. Unternehmensangaben zufolge schlägt sich in diesem Betrag sogar noch ein positiver Effekt aus der Neuverhandlung eines Vertrags nieder, ohne den die Zahlen noch schlechter ausgefallen wären. Immerhin kletterten die Einnahmen um sieben Prozent auf 3,38 Milliarden Euro. Das Wachstum führen die Münchner vor allem auf gute Geschäfte mit Netzbetreibern zurück, während das Geschäft mit Unternehmenskunden stagnierte. Siemens erklärt das mit "Preisdruck und Veränderungen im Umsatzmix". Um die Rendite zu verbessern, kündigte der Konzern einen Tag nach der Vorlage der Zahlen an, er werde bei der Krisensparte weitere 1000 Stellen in Deutschland streichen. Der Com-Bereich befindet sich seit längerem im Umbau. Ende des vergangenen Geschäftsjahres 2004/05 beschäftigte die Com-Sparte nach Siemens-Angaben knapp 54 500 Menschen. In den vergangenen Monaten waren bereits 1500 Stellen bei Com in Deutschland gestrichen worden.

Siemens

Q2/05 Q2/06

Umsatz 17726 21510

Nettogewinn 781 887

Angaben in Millionen Euro

Zukunft von SBS weiterhin unklar

Wenig Freude dürfte dem Management um Vorstandssprecher Klaus Kleinfeld auch die IT-Servicesparte SBS bereitet haben. Das Bereichsergebnis sank aufgrund hoher Restrukturierungskosten (155 Millionen Euro) auf minus 194 Millionen Euro, im Vorjahr war ein Defizit von 129 Millionen Euro angefallen. Der Umsatz indes legte um acht Prozent von 1,28 auf 1,39 Milliarden Euro zu. Der Auftragseingang brach jedoch im abgelaufenen Quartal von 1,55 Milliarden auf 1,36 Milliarden Euro um zwölf Prozent ein. Die Münchner begründeten die negative Entwicklung damit, dass sie Aufträge "gezielter" auswählten und weniger große Abschlüsse verbuchten. Wie es mit der Krisensparte weitergeht, ist nach wie vor unklar. Bislang wurde noch keine Lösung für SBS vorgelegt. Der Konzern dementierte jedoch die vom Nachrichtenmagazin "Focus" kolportierte Meldung, das Segment mit 34000 Mitarbeitern werde mangels Käufer aufgelöst.

Kleinfeld dämpft Erwartungen

Kleinfeld erwartet nach dem konzernweit rasanten Wachstum im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres nun ein "etwas ausgeglicheneres Volumenwachstum". An der Börse führte diese Aussage zu Kursabschlägen. Die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen im Bereich Information and Communication sollen im zweiten Halbjahr zu weiteren Belastungen führen.

Zu den größten Ergebnisträgern im Konzern zählten die Bereiche Automation and Drives (A&D), Medical Solutions (Med), Siemens VDO Automotive (SV) und Osram. Dagegen mussten für Com und SBS Restrukturierungskosten von insgesamt 178 Millionen Euro aufgewendet werden, rund doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. (hv/mb)