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12.03.2004 - 

Nach Umstrukturierung Breakeven geschafft

SBS will im Lösungsgeschäft angreifen

MÜNCHEN (jha) - Der IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) fühlt sich nach einer langen Rosskur wieder erstarkt. Im hiesigen Lösungsgeschäft möchten die Münchner zur Nummer eins aufsteigen. Das kündigte Winfried Holz, Leiter der weltweiten Geschäftseinheit Solution Business an.

Für SBS scheint die Zeit reif, im Markt wieder Akzente zu setzen. "Zwei Jahre waren wir damit beschäftigt, das Geschäft zu festigen. Nun sind wir wieder führend, was die Innovationen betrifft", sagte Holz. Optimistisch stimmt ihn die interne Umstrukturierung. Der 2001 durch Paul Stodden abgelöste vormalige SBS-Chef Friedrich Fröschl verfolgte die Strategie eines weltweiten IT-Dienstleisters mit regionalen Strukturen. Stodden kehrte den Ansatz um: SBS ist nun ein Anbieter mit regionalen Schwerpunkten und internationalen Strukturen.

Die SBS arbeitet jetzt in einer Matrix-Organisation, deren vertikale Ausrichtung die Branchen bilden (etwa Finanzdienstleister, öffentliche Hand, Fertigung). In der Horizontalen finden sich betriebswirtschaftliche und technische Themen wie Enterprise Resource Planning (ERP) und Customer-Relationship-Management (CRM). Der internationale Ansatz verbirgt sich in den Competence Centers. Sie sind auf die verschiedenen Länder verteilt (Indien ist beispielsweise die zentrale Schaltzentrale für SCM-Projekte) und verantworten die einzelnen Themen, indem sie das in weltweiten Auftragsarbeiten erworbene Wissen zusammenführen. Kern ihrer Aufgabe ist es, Erkenntnisse und Ergebnisse so zu dokumentieren, dass sie in vergleichbaren Projekten wiederverwertbar sind. "Diese Prozesse laufen derzeit an. Die Skaleneffekte werden mit der Zeit ihre Wirkung entfalten", erläutert Holz.

Die Matrixstruktur erhöht allerdings auch den Verwaltungsaufwand, denn jeder Baustein der Organisationsmatrix hat seinen eigenen Chef. "Das Modell basiert auf Kooperation", räumt Holz ein. Regelmäßige Management-Treffen sollen helfen, Konflikte zu vermeiden oder frühzeitig auszuräumen. Förderlich dabei dürfte sein, das Stodden rund 80 Prozent des Topmanagement ausgetauscht hat und somit die SBS-Führungskräfte hinter sich und seiner Strategie weiß.

Umsatzeinbruch um neun Prozent

Die Neuausrichtung und Portfoliobereinigung des Geschäftsbereichs Business Solutions hat im letzten Jahr zu einem Umsatzeinbruch von neun Prozent geführt. Nahm SBS mit dem Lösungsgeschäft im Jahr 2002 noch 1,8 Milliarden Euro ein, waren es im vergangenen Jahr nur noch 1,7 Milliarden Euro. Dennoch erreichte Holz mit seiner Mannschaft den Breakeven. Ziel ist es, die Marge auf das Niveau der Wettbewerber zu führen. Aktuell beläuft sich die Gewinnspanne des SBS-Geschäftsbereichs auf einen Wert im oberen einstelligen Prozentbereich, die der Konkurrenten ist zweistellig.

Diese ersten Anzeichen der Besserung ermuntern Holz zu einer mutigen Ankündigung: "Wir wollen im Lösungsgeschäft zur Nummer eins in Deutschland aufsteigen." Aktuell belegt SBS den dritten Rang im Lösungsgeschäft. Anders als in der Vergangenheit wird mehr Arbeit jedoch nicht zu steigenden Mitarbeiterzahlen führen - zumindest nicht in Deutschland. SBS wird zunehmend Offshore-Kapazitäten in die Projekte einbinden. In Indien ist das Unternehmen schon lange vertreten, möglicherweise werden künftig auch Kräfte in osteuropäischen Ländern Dienste für SBS erbringen. In der Nähe von Moskau läuft derzeit ein Pilotprojekt zur Rechnungsverarbeitung, außerdem unterhält die österreichische SBS-Tochter In Osteuropa ein Netz aus Zulieferfirmen. "In Ländern mit hohem Lohnniveau werden wir keine Kapazitäten mehr aufbauen", erklärte Holz.

Abb: Im Europageschäft die abgeschlagene Nummer vier

Im europäischen IT-Lösungsgeschäft ist SBS eigenen Recherchen zufolge die Nummer vier. Im deutschen Markt will der lösungsorientierte Geschäftsbereich zur Nummer eins aufsteigen. Quelle: SBS Market Research