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11.01.2007

Schach à la Microsoft: "Unabhängige Entwickler sind wie Bauern"

Mitte der 90er Jahren herrschte ein anderer Ton in der IT-Branche. Damals hatte Microsoft allerdings auch noch Gegner.

Der Umgang mit Softwarepartnern gleicht gelegentlich einem Minenfeld - und unbedachte öffentliche Fehltritte enden häufig mit einer Zündung. Der Microsoft-Manager James Plamondon hatte vor genau elf Jahren auf einer internen Konferenz Softwarepartner, die Programme für die verschiedenen Plattformen des Konzerns entwickelten, als "Bauern" bezeichnet. Damit waren die Schachfiguren gemeint, und nicht etwa Landwirte. Diese "Bauern" für eine Kooperation zu gewinnen sei vergleichbar mit dem Ansinnen, eine Frau von einem One-Night-Stand zu überzeugen, so der Manager, der damals den Job eines "Technical Evangelist" bei Microsoft ausgeübt hatte. Tenor seiner Rede: Ohne Bauern kein erfolgreiches Schachspiel. Man dürfe ihnen nur nicht das Gefühl geben, lediglich Bauern zu sein.

In einer laufenden Kartellklage gegen den Konzern in Iowa waren die Aussagen jetzt wieder aufgetaucht. Die Kläger hatten sie eingebracht, um ihre diversen Vorwürfe gegen Microsoft zu untermauern. In dem Prozess, der von den Klägern online dokumentiert wird, geht es um etwa 330 Millionen Dollar. Plamondon, der seit dem Jahr 2000 nicht mehr für Microsoft arbeitet und inzwischen in Australien lebt, hat sich in einer E-Mail für seinen Vergleich entschuldigt. (ajf)

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