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13.01.1978

Schanzentisch-Rechner und Bandenwerbung

MÜNCHEN - Was Werbung mit dem Sport bringt, läßt sich schlecht nachrechnen. Was sie kostet, wird sicherheitshalber nicht (öffentlich) nachgerechnet. Immerhin: Wenn bei weltweiten Fernsehübertragungen von wichtigen Sportveranstaltungen die mit Computerhilfe blitzschnell ermittelten Siegerlisten und Zwischenklassements eingeblendet werden, mit dem Namen des Rechner-Herstellers versteht sich, so wird das mit Wohlgefallen in der jeweiligen Werbeabteilung vermerkt. Pech, wenn bei so einer Übertragung der Computer ausfällt, die Sportkommentatoren allen Zuhörern einreden: Der Computer habe die Schuld am Tohuwabohu auf den Ergebnislisten. Aber(weil's ja Schleichwerbung wäre) kein Mensch erfährt, wessen Rechner zum Mischen des Daten-Salats verwendet worden ist. Der gewiefte TV-Gucker hält sich in so einem Fall an die Bandenwerbung (das sind jene Advertising-Flächen, derentwegen sich das Fernsehen von beliebten Sportveranstaltungen ausblendet).

Als DV-branchenkundiger Mensch konnte der TV-Zuseher beispielsweise bei der Übertragung der Vierschanzentournee aus Garmisch angesichts des "computerunterstützten" Durcheinanders bei der Wertung der Springer im ersten Durchgang im Banden-Hintergrund des Skistadions "Triumph Adler" lesen. Mitnichten aber war dem so, daß eine TA-MDT bei der Intersport-Springertournee eingesetzt worden wäre. Es war - nachdem jahrelang Philips Österreich dieses Geschäft gemacht hatte und in dieser Saison wegen Kapazitätsmangel ausgestiegen war - ein -IBM Tischcomputer 5100. Der BedienungsmannSchaft von Inter-sport-Österreich, die den Rechner gekauft hat und in Eigenregie anwende war es gelungen, in der Wertungshe..tik die eingegebenen Daten zu einem mittleren Komposthaufen zu mischen. Beim Beheben der Eingabe- und Bedienungs-Fehler gab's auch noch einen wahrhaft gordischen Bandknoten. Dieser wurde, so wollen es Zeugen mitbekommen haben, nach dem klassischen Vorbild Alexanders des Großen gelöst. Mit Gewalt. Fazit: Was nützt der schönste Rechner (und die beste Werbung), wenn Bedienungsfehler vor aller Öffentlichkeit vollzogen werden? Wohl dem, dessen Name da nicht an der Bande prangt.