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19.03.1982

Scheele Blicke auf den Schulcomputer

Trotz euphorischer Meldungen, "die Technik gewinne auch im Lehrmittelbereich immer mehr an Boden", meint die Süddeutsche Zeitung vom 11. März 1982 auf Seite 4 vielmehr, daß eine "erste Ernüchterung" in die Klassenräume eingezogen sei. So verstaubten bereits teuer erworbene Schulcomputer wegen kleiner Fehler oder Bedienungsschwierigkeiten. Die Zeitung schreibt:

Fast gleichzeitig erfahren wir in diesen Tagen zweierlei. Aus Hannover, von der Heerschau der Lehrmitterhersteller, namens Didacta, erreicht uns die unverdrossene Mitteilung von interessierter Seite, die Technik gewinne bei den Lehr- und Lernmitteln "immer mehr an Boden". Aus Baden-Württemberg hingegen kommt die Alarmmeldung, es wachse die Skepsis gegenüber der Technik. Allensbacher Zählfleiß förderte zutage, daß heute nur 30 Prozent, statt wie 1966 noch 72 Prozent der Bevölkerung, die Technik als "einen Segen" betrachteten.

Das Aufsatzthema lautet also wieder einmal "Fluch oder Segen der Technik?" Und wie hat heute das pädagogisch abgewogene Resümee zu lauten? Wohl kaum derart, daß die fortschreitende elektronische Aufrüstung der Schulhäuser schuld sei an dem wachsenden Technikverdruß. So reden allenfalls Pädagogen, die das Erlebnis bereits hinter sich haben, angesichts einer grinsenden Klasse vor den komplizierten Unterrichtsapparaturen kapitulieren zu müssen. So reden vielleicht auch ergrimmte Elternbeiräte, aber keine verantwortungsbewußten Kultusminister.

Dennoch bekannte der Niedersachse Werner Remmers soeben, er habe sich die Schule der Zukunft nie so ganz als eine Stätte nur audiovisueller und elektronischer Kommunikation vorstellen können. Ein Technikfeind, ein Innovationsmuffel, der gegen die moderne Unterrichtstechnologie zu Felde zieht? Vielleicht ist die Sache vielmehr die, daß die Schulleute ihre erste Ernüchterung über die angeblich unbegrenzten technischen Möglichkeiten schon hinter sich haben. Und von ihnen könnten die sorgenvollen Kommentatoren aus Baden-Württemberg immerhin lernen.