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25.07.2006

Scherbenviertel

Vielleicht passiert es Ihnen demnächst, dass Sie ein Schreiben in Ihrem Briefkasten vorfinden von einem Unbekannten. Das könnte ungefähr so lauten: "Von xyz haben wir über Sie erfahren, dass Sie in einem bevorzugten Stadtteil Münchens wohnen und über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügen. Aus diesem Grund möchten wir Ihr Interesse auf...". An dieser Stelle folgt dann ein Produkt für den gehobenen Lebensstil.

Sie glauben, das gibt es nicht? Das Stichwort für diese Form der Werbung lautet Geomarketing. Und hinter diesem euphemistisch anmutenden Begriff steckt grob gesprochen, dass sich ein Unternehmen millionenfach Daten aus verschiedenen Datenbanken von Adressenhändlern zusammengekauft hat. Die Informationen kehren das Innerste von jedem deutschen Haushalt nach außen.

Das ist doch nicht problematisch oder? Wir haben ja schließlich nichts zu verbergen. Leider wohnt in Ihrer direkten Nachbarschaft jemand, dessen Zahlungsmoral zu wünschen übrig lässt. Ein anderer Nachbar hat den Offenbarungseid geleistet. Und schon werden Sie nicht nur die lukrativen Werbeangebote nicht mehr bekommen - was ja nicht so schlecht wäre. Vielmehr verweigert Ihnen beispielsweise Ihre Bank einen Kredit. Sie wohnen nämlich - wunderliche Erkenntnis des Geomarketings, das Unvergleichbares miteinander zur Deckung zu bringen sucht - angeblich in einer nicht kreditwürdigen Gegend. Obwohl Sie selbst wahrscheinlich das bestmögliche Kreditrating besitzen. Finden Sie das auch noch unproblematisch?