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30.05.2006

Schielt die Telekom auf BT?

Ein Zusammenschluss mit BT Global Services würde die Geschäftskundensparte T-Systems deutlich stärken.

Wie die Londoner Tageszeitung "Times" unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, soll die Deutsche Telekom verschiedene Machbarkeitsstudien erstellt haben, die alle eine Zerschlagung der britischen BT Group zum Thema haben. Offiziell wurde der Bericht allerdings weder von dem Bonner Ex-Monopolisten noch von BT Group kommentiert. Man nehme generell zu Marktgerüchten keine Stellung, hieß es in Bonn.

Telekom-Chef Ricke auf Werbetour

Kai-Uwe Ricke hatte bereits auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung Anfang Mai angekündigt, dass sein Unternehmen einen aktiven Beitrag zum Konsolidierungsprozess im europäischen TK-Markt leisten werde. Wie groß dieser ausfallen kann, hängt mangels ausreichenden Barvermögens eng mit der Bewertung der Telekom-Aktie zusammen. In den vergangenen zwei Wochen rührte Ricke entsprechend bei institutionellen Anlegern dies- und jenseits des Atlantiks die Werbetrommel für das aus Telekom-Sicht unterbewertete Papier. Wegen der vermeintlich schlechten Perspektive, insbesondere des Festnetzgeschäfts, ist der Kurs seit August 2005 um fast 20 Prozent gesunken.

Interesse an Global Services

Die Telekom soll laut "Times" vor allem an BTs internationalem Großkundengeschäft interessiert sein: Demnach wäre die Sparte Global Services, die im vergangenen Geschäftsjahr 44 Prozent zu den Gesamteinnahmen der Briten beisteuerte, eine willkommene Verstärkung für T-Systems. Mit einer Übernahme könnte die Telekom den Dienstleistungsarm kräftigen und so die Abhängigkeit vom schwierigen Festnetzgeschäft reduzieren. Hier leiden die Deutschen - ähnlich wie BT - unter starker Konkurrenz und sinkenden Umsätzen. Marktbeobachter vermuten, dass die Sparte ebenso wie BTs Endkundengeschäft samt Händlernetz abgespalten werden könnte. Die auf mehr als 25 Milliarden Pfund (36,5 Milliarden Euro) geschätzten Kosten für die Übernahme müsste die Telekom möglicherweise nicht alleine aufbringen. Branchenkenner gehen davon aus, dass die Telekom-Aktionärin und Beteiligungsgesellschaft Blackstone Group Teile von BT erwerben könnte, die die Deutschen nicht wollen oder - aus regulatorischen Gründen - nicht kaufen dürfen. Ein Mobilfunknetz besitzt die BT Group seit der Abspaltung von O2 im Jahr 2001 nicht mehr.

Investoren wären begeistert

Am Aktienmarkt käme ein Engagement der Deutschen bei den Briten gut an. Dort wird derzeit eine langfristige Perspektive für die größten Telcos vermisst. Gleichzeitig würde ein solcher Deal im Nachhinein den im April vollzogenen Einstieg des US-amerikanischen Investors Blackstone mit (untypischen) 4,5 Prozent bei der Telekom erklären. Bereits zuvor galt als sicher, dass verschiedene andere Private-Equity-Firmen BT als Übernahmekandidaten ins Auge gefasst haben.

Fraglich ist allerdings, wie die Bonner im Fall der Fälle ihren Beitrag zu der Übernahme aufbringen sollen. Zwar hat sich der Konzern von dem milliardenschweren Voicestream-Kauf zur Jahrtausendwende wieder einigermaßen erholt. Um das Wachstum im US-amerikanischen Mobilfunkmarkt beibehalten zu können, muss die Telekom jedoch in Kürze weitere Milliarden in den Erwerb von 3G-Lizenzen investieren. (mb)