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26.04.1996 - 

Manager lassen ihre Gedanken spielen

Schlacht im Cyberspace: Die Waffe IT kennt keine Grenzen

Es ist Fruehjahr im Jahr 2000. Am Persischen Golf brodelt es, und die Amerikaner muessen feststellen, dass der Krieg die Kueste Amerikas erreicht hat. CNN meldet, dass das Computersystem der Eisenbahn manipuliert wurde. Ein Zug der Strecke Nord-Ost entgleiste. Kurz darauf funktionieren zwei ATM-Maschinen der groessten Bank Georgias nicht mehr richtig und bringen das Netz des Finanzinstituts zum Absturz. CNN berichtet weiter, dass die westlichen Geheimdienste vermuten, der Iran beschaeftige Computerspezialisten, um das gesamte Wirtschaftssystem der USA und Westeuropas anzugreifen. Doch der CNN-Bericht wird ploetzlich unterbrochen - die Satellitenverbindung faellt aufgrund einer Attacke auf ein wichtiges US-Computersystem aus.

Die Geschichte ist fingiert. Sie und aehnliche Szenarien waren das Ergebnis eines Projekts der Rand Corp. mit dem Titel "The Day After . . . in Cyberspace". Regierungsbeamte des Bereichs Nationale Sicherheit sowie Manager von TK- und Computerunternehmen machten sich Gedanken ueber die Bedrohungen der Informationstechnologie. Das Projekt wurde vom US- Verteidigungsministerium initiiert.

Aus dem Brainstorming entstand der Report "Strategic Information Warfare: A New Face of the War". Wichtige Erkenntnis der Beteiligten: In der informationsbasierten Kriegsfuehrung gibt es keine vorderste Front. Geografische Distanzen verlieren ihre Bedeutung. Die USA mit ihrem zunehmenden Vertrauen in eine hochleistungsfaehige, vernetzte Informationsinfrastruktur, bieten neue Angriffspunkte fuer potentielle Gegner. Rand schlaegt in dem Report moegliche Sicherheitsmassnahmen vor. Dazu gehoert unter anderem, dass es im direkten Umfeld des Praesidenten eine zentrale Stelle gibt, die sich intensiv mit dem Thema beschaeftigt. Dieses Buero sollte herausfinden, wo die USA im informationstechnischen Sektor verletzlich seien und auf Grundlage dieses Wissens auch Einfluss auf den Aufbau und Betrieb von Computersystemen nehmen. Die Regierung selbst koenne sich durch die Entwicklung einer "minimalen essentiellen Informationsinfrastruktur" (MEII) schuetzen.

Das Pentagon hat die Rand-Vorschlaege positiv aufgenommen. Es gibt jedoch auch Kritiker. Banken und andere, anfaellige kommerzielle Unternehmen, seien wohl wenig begeistert, wenn sich die Regierung auf die Entwicklung des MEII stuerzen wuerde, meint John Pike, Analyst bei der Federation of American Scientists.