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27.08.1976

Schlamperei in der Presse

"Unbeschadet der weiteren Ermittlung der Bundesanwaltschaft in diesem Zusammenhang stellt MBB fest, daß weder die Herstellung der sichergestellten Unterlagen noch deren Verlust in irgendeinem Zusammenhang mit den Einrichtungen und Diensten der Datenverarbeitung von MBB stehen. Dies bezieht sich auf alle Rechnerkapazitäten in allen Werken und auf alle Dienstleistungsbereiche der Datenverarbeitung, zivil wie militärisch. Zu keinem Zeitpunkt der jetzt -17jährigen Arbeiten mit Datenverarbeitung hat es je einen Sicherheitsfall gegeben." So weit die Stellungnahme, die die CW-Redaktion von der MBB-Pressestelle im Zusammenhang mit der MRCA-TornadoSpionage-Affäre erhielt. Jeder sauber recherierende Journalist hätte die gleiche Aussage einholen können. Anruf genügt. Statt dessen schrieb alle Welt von der "Welt" ab, die, bekanntlich früher als der Bundesanwaltschaft lieb, die Erstmeldung brachte mit der spektakulären Seite-l-Überschrift: "Die deutsche Abwehr schlägt zu: Coup der Computer-Spionage geplatzt."

"Computer-Agenten" und "Computer-Spione" geisterten durch den Blätterwald, die angeblich das Gesamt-Tornado-Konstruktionsprogramm den MBB-Rechnern "entnommen" haben sollten. Der CDU-Bundestags-Abgeordnete Karl Miltner (Tauberbischofsheim) forderte gar - irgendwie muß man sich ja profilieren - "die Gesetzeslücke bei Computer-Spionage" (was immer das sein mag) zu schließen.

Die "computer zeitung" (MBB-RZ-Chef Dziewas: "Das Schmutzblatt") schoß erneut den Vogel ab. Auf Seite 1 der letzten Ausgabe wird ganz einfach vom "Datenklau" bei MBB berichtet und ferner so ganz einfach unterstellt, daß im MBB-Rechenzentrum die elementarsten Sicherheitsmaßnahmen vernachlässigt würden.

Tatsache ist vielmehr, daß bei der MBB-Datenverarbeitung noch nie ein "Sicherheitsfall" auftrat - und das, obwohl dort genügend brisante Daten gespeichert werden, daß sich ganze Agenten-Brigaden dafür interessieren dürften. Dziewas' weiße Weste scheint doch wohl eher zu bestätigen, daß es sehr wohl möglich ist, durch zwar aufwendige, aber letztlich eben doch wirksame Maßnahmen die Sicherheit im Rechenzentrum auch 17 Jahre lang zu gewährleisten.

Die übliche Computer-Schelte ist also völlig unangebracht.