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07.06.2002 - 

Kolumne

"Schlank ist schick"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Je länger die Konsolidierung des IT-Marktes dauert, desto pessimistischer werden die Marktteilnehmer. Das gilt gleichermaßen für Anwender, Hersteller, Analysten und Investoren.

Erinnern wir uns: Ende letzten Jahres, als viele dachten, es könne nicht mehr schlimmer kommen, war die Rede davon, dass es im zweiten Halbjahr 2002 wieder aufwärts gehe. Dann steuerten wir auf die CeBIT zu, und der Aufschwung wurde, trotz einer den Umständen entsprechend passablen Messe, auf das letzte Quartal 2002 verschoben. Alle hielten das für einen ziemlich sicheren Tipp, weil im vierten Quartal traditionell viel in IT investiert wird und die Probe aufs Exempel noch beruhigende sechseinhalb Monate entfernt war.

Nun aber macht sich erneut Skepsis über den Start der Erholungsphase breit. Leider verlautbart auch dieses Mal eine - bis auf Ausnahmen - verlässliche Quelle Pessimistisches. Das Investmenthaus Merrill Lynch hat mit einer Umfrage unter 100 CIOs (75 in den USA, 25 in Europa) herausbekommen, dass die IT-Budgets der Anwender auch in diesem Jahr stagnieren beziehungsweise mit minus 0,5 Prozent leicht rückläufig sind. Der Blick nach vorn ist noch düsterer: Die IT-Verantwortlichen schätzen die Lage pessimistischer ein als noch zu Anfang dieses Jahres - wobei die Europäer die Situation etwas schwärzer malen als ihre US-Kollegen. Außerdem erwarten 80 Prozent der Befragten im vierten Quartal keine nachhaltige Besserung. Es werde, kommentiert Merrill Lynch diese deprimierende Vorschau der IT-Bosse, zwar mehr Geld ausgegeben als in den vorausgegangenen Berichtszeiträumen, aber ein "Aufholeffekt", der das Ende der IT- Baisse einläutet, trete nicht ein.

Also bis auf weiteres bleibt alles bei der Krise. Obwohl es niemand mehr hören kann und jeder sich nach besseren Zeiten sehnt, werden wir noch eine Weile sparen und Anwender jeden Cent zweimal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben dürfen. Was aber angesichts des Mangels an aufregenden technischen Neuerungen auch nicht weiter schlimm ist, wenn nicht notwendige Infrastrukturmaßnahmen oder Ersatzbeschaffungen darunter leiden.

Wir werden uns weiter in Geduld und in der Überzeugung üben, dass schlank schick ist.

Aber um denen gerecht zu werden, die von Kommentatoren in schlechten Zeiten positive Ausblicke erwarten, noch eines zum Schluss: Erfahrene Konjunkturbeobachter vertreten die Meinung, dass sich ein kurz bevorstehender Aufschwung durch ein ganz fieses Stimmungstief ankündigt.