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30.07.1993

Schlechte Nachrichten fuer Inhouse-Entwickler und Software-Industrie

Urspruenglich sollte dieser Schwerpunkt die Ueberschrift "Objektorientierte Programmierung" tragen. Wie sich bald herausstellte, greift dieser Aspekt jedoch zu kurz: Wer Eiffel, Smalltalk oder Cii einsetzt, erleichtert sich damit zwar die Realisierung objektorientierter Applikationen. Einer vielzitierten Binsenweisheit zufolge laesst sich mit diesen Sprachen aber auch ein prozedurales System programmieren.

Objektorientierte Systementwicklung faengt, so der Umkehrschluss, bereits bei der Anforderungsanalyse an. Das Verb "anfangen" sollte allerdings nicht zu woertlich genommen werden: Der OO- Entwicklungsprozess gestaltet sich nicht als Einbahnstrasse, sondern als Regelkreis.

Die Anbieter haben ihre Sprachprodukte bereits um Modellierungswerkzeuge ergaenzt und vermarkten sie mit dem Etikett "objektorientierte Entwicklungsumgebung". Den Beweis, dass sie sich auch fuer die Abwicklung komplexer Anwendungsprojekte eignen, muessen diese Umgebungen allerdings noch erbringen.

Weitgehend ungeloest bleibt beispielsweise das Problem einer unternehmensweiten Objektverwaltung. Soll die vielgepriesene Wiederverwendbarkeit von Anwendungsteilen nicht an der mangelnden Verfuegbarkeit der erstellten Objekte scheitern, so bedarf die objektorientierte Anwendungsentwicklung - gleich dem klassischen CASE-Konzept - einer Art Repository. Die Wiederverwendung muss organisatorisch unterstuetzt werden; ein simpler Klassen-Browser reicht hier nicht aus.

Mit dem Zauberwort Wiederverwendbarkeit haben die Pioniere der Objektorientierung sogar die Controller-Zunft aufhorchen lassen. Aber wer nur mit mittelfristig erzielbaren Kosteneinsparungen kalkuliert, hat diesen Gedanken noch nicht zu Ende gedacht.

Ueber kurz oder lang werden wir das Entstehen eines voellig neuen "Standardsoftware"-Markts erleben: Statt jedes Detail selbst zu entwickeln oder viel Geld in Anwendungspakete mit Unmengen nicht benoetigter Funktionalitaet zu investieren, sucht sich der Anwender dann die Objekte zusammen, die er wirklich braucht, und verbindet sie mit Hilfe von Standard-Schnittstellen. Diese Marktentwicklung duerften weder das heutige Inhouse-Development noch die konventionelle Software-Industrie ueberleben.+ qua