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08.04.1994

Schlechte Noten fuer Triton und Compaq-PCs R/3-Einfuehrung: Keramag waehlt Outsourcing mit Hewlett-Packard

RATINGEN (hv) - Die Kera- mag AG, Ratingen, hat die Dienstleistungsdivision von Hewlett-Packard (HP) mit der Neugestaltung und dem Betrieb ihrer IT-Infrastruktur betraut. Der Hersteller von Badkeramik will seine Anwendungsumgebung mit HP- Hilfe binnen 18 Monaten komplett auf die SAP-Standardsoftware R/3 umstellen.

Fuer DV-Bereichsleiter Thomas Petrick ist nicht entscheidend, ob die Hardware im eigenen Haus oder im Rechenzentrum des Dienstleisters laeuft. Wenn die Leitungskosten gering gehalten werden koennten, rechne sich Outsourcing. Das war bei Keramag der Fall, denn die Post musste lediglich eine etwa anderthalb Kilometer lange 2-Mbit-Leitung zum HP-Rechenzentrum legen. "Die Leitung ist stabil und preiswert, sie wurde innerhalb weniger Wochen gelegt", freut sich der DV-Chef.

Im HP-Rechenzentrum laeuft neben einem kleineren Unix-Rechner fuer den Entwicklungsbereich ein High-end-System der Supernova-Reihe (HP9000, H70), der als Datenbank- und Applikations-Server genutzt wird. Darauf ist neben der Oracle-Datenbank das R/3-Basissystem installiert, fuer dessen Betreuung HP ebenso verantwortlich zeichnet wie fuer die Netzinfrastruktur. Die einzelnen Module der Standardsoftware werden dagegen vom Kunden selbst angepasst. Keramag erledigt diesen Job mit eigenen, teilweise neu eingestellten SAP-Spezialisten sowie mit externer Unterstuetzung.

Fuer Nordrhein-Westfalen bedeutete die Entscheidung, R/3 einzufuehren, einen so tiefgreifenden Wandel in der RZ- Infrastruktur, dass die eigenen Mitarbeiter mit dieser Aufgabe ueberfordert gewesen waeren. Das Sanitaerunternehmen entschied sich deshalb dafuer, seine proprietaere HP3000-Welt mit Unterstuetzung des Dienstleisters zu verlassen.

Auch andere Firmentoechter planen Umstrukturierung

Dieser Prozess vollzieht sich in grossen Schritten. Je nachdem, welche R/3-Module eingefuehrt werden koennen, lassen sich die alten MPE/XL-Rechner und die darauf laufenden Anwendungen abloesen. Heute sind rund 50 R/3-Arbeitsplaetze mit den HP-Unix-Systemen im Rechenzentrum verbunden. Nur noch drei von urspruenglich fuenf HP3000-Systemen befinden sich im Einsatz.

Von der Qualitaet der SAP-Software ist Petrick ueberzeugt. Keramag habe im Logistikbereich auch die Logistiksoftware "Triton" vom hollaendischen Anbieter Baan ausprobiert. Die Software habe sich aber fuer eine werksuebergreifende Einkaufs- und Bestandsfuehrungsorganisation als ungeeignet erwiesen. Eine Buchungskreis-uebergreifende Materialwirtschaft sei nicht zu realisieren gewesen.

Rund 150 bis 200 SAP-Arbeitsplaetze will das Unternehmen bis Mitte naechsten Jahres eingerichtet haben. Als Endbenutzersysteme werden in erster Linie Diskless-PCs von Hewlett-Packard eingesetzt, die mit einer Windows-Oberflaeche arbeiten. Anwender aus dem Controlling- oder Logistikumfeld erhalten groessere PCs mit Diskettenlaufwerk und Festplatte, da sie mit der R/3- Funktionalitaet allein nicht auskommen.

Hier denkt Keramag daran, sich vom bisherigen Lieferanten Compaq loszusagen. Support und Rechnerqualitaet liessen, Petrick zufolge, in juengster Zeit zu wuenschen uebrig. Ausserdem habe das Unternehmen offenbar Schwierigkeiten, Komponenten in einem angemessenen Zeitrahmen zu liefern.

Das SAP-Projekt bei Keramag waere laut Petrick ohne die Unterstuetzung des Outsourcing-Partners heute noch nicht produktiv. In den naechsten sechs Monaten ist die Einbindung weiterer 100 Anwender vorgesehen.

Der Hersteller von Badkeramik ist nur einer von vielen Ablegern des finnischen Sanitec-Konzerns - allerdings der umsatzstaerkste. Laut Petrick denken auch andere Tochtergesellschaften ueber eine DV-technische Restrukturierung nach.