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30.05.1997 - 

Business-Markt kaum betroffen

Schlechte Wirtschaftslage wirkt sich laut Dataquest auf den PC-Markt aus

Die Präsentation des Gartner-Gurus Chris Jones, Associate Analyst bei Dataquests European PC Group, stand unter dem Titel "Germany - Getting EMUtional" (EMU = European Monetary Union, Europäische Währungsunion) und stellte gleich zu Beginn die unsichere ökonomische Lage der Bundesrepublik in den Mittelpunkt. Dabei zeichnete Jones ein düsteres Bild: Nichterfüllung der Maastricht-Kriterien 1997, keine politische Einigung über Steuer- und Rentenreform, Arbeitslosigkeit mit 11,3 Prozent auf einem traurigen Nachkriegs-Rekordniveau sowie geringes Käufervertrauen waren die Kernpunkte, die für den momentan schwachen Absatz im PC-Markt verantwortlich seien. Dataquest erwartet erst nach endgültigen Entscheidungen über die Währungsunion eine Besserung.

Der Markt für Business-PCs zeigt sich mit jährlichen Wachstumsraten im zweistelligen Bereich nach Aussagen von Jones jedoch erstaunlich unbeeindruckt von der desolaten ökonomischen Lage. Auf Seiten der Hersteller führt Siemens-Nixdorf das Dataquest-Ranking mit einem Marktanteil von über 14 Prozent an, dicht gefolgt von Vobis und Compaq. In dieser Statistik berücksichtigten die Marktforscher noch nicht die Übernahme von Peacock durch die Vobis-Tochter Maxdata. Die beiden zur Metro-Gruppe gehörenden PC-Bauer hätten zusammen eine klar dominierende Marktposition. Vobis agiert nach dem Split seiner Produktionslinien erfolgreich mit den "Artist"-Rechnern und "Belinea"-Monitoren, Compaq setzt auf eine aggressive Preisstrategie und zusätzliche Händler für Kunden in kleinen und mittleren Unternehmen. Bereits auf dem vierten Rang konnte sich Fujitsu plazieren, was Dataquest vor allem auf die Nutzung der übernommenen "Aquarius"-Handelskanäle (Mediamarkt, Quelle) und die finanzielle Rückendeckung der japanischen Konzernmutter sowie den erfolgreichen Direktvertrieb und die Produktion in Deutschland zurückführt.

Der Anteil von im Home-Markt abgesetzten Rechner nimmt dagegen seit 1995 kontinuierlich ab und ist von 30 Prozent auf mittlerweile ein Viertel des Gesamtmarktes zurückgegangen. Vobis beklagt laut Dataquest sinkende Verkäufe seiner "Highscreen"-Consumer-Linie. Positive Tendenzen sieht Dataquest allerdings für die Schadt Computertechnik, die mittlerweile mehr als 200 Niederlassungen aufweist und die Escom-Business-Division übernommen hat. Gut bewerten die Analysten auch nach dem Kauf der Escom-Filialen auch Comtech sowie das Franchise-Konzept von PC Spezialist mit inzwischen mehr als 60 Geschäften. Danaben stellte Jones noch Siemens-Nixdorfs neue Consumer-Linie, die über Mediamarkt vertrieben wird, und die Erfolge von Fujitsu beim Verkauf über große Handelsketten lobend heraus.

Die längerfristigen Vorhersagen sind nach Aussage des Analysten mit Vorsicht zu genießen und hängen in starkem Maße von Veränderungen der Gesamtwirtschaftslage ab. Für das Jahr 2000 erwartet Dataquest in Deutschland mehr als sechs Millionen verkaufte Rechner, von denen 76 Prozent auf den Business-Bereich entfallen sollen. Welche Prognosen die Dataquest-Auguren zur PC-Technik der kommenden Jahre abgaben, lesen Sie in der Hardware-Rubrik der COMPUTERWOCHE Nr. 23.

Zur Grafik: Insgesamt wurden nach Schätzungen von Dataquest auf dem deutschen Markt im ersten Quartal 1997 rund 1,03 Millionen PCs verkauft (Q1 1996: 926000). Schlägt man die Peacock-Anteile der Vobis-Gruppe zu - beide gehören inzwischen zum Metro-Konzern -, ist diese klarer Marktführer vor Siemens-Nixdorf und Compaq.Quelle: Dataquest 5/97