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03.09.2015 - 

DMW-Studie

Schlechter Empfang und Preise nerven Streaming-Kunden

Ein "Marktwächter" für die digitale Welt soll Verbrauchern Orientierung geben. Auch die Regierung verspricht sich davon wichtige Hilfestellungen. Erstes Ergebnis des Projekts ist eine Studie über Streaming-Dienste.

Bei der Online-Übertragung von Filmen oder Musik hat sich jeder vierte Internet-Nutzer schon einmal über Probleme geärgert. Dabei stehen Empfangsstörungen beim sogenannten Streaming an erster Stelle, wie Verbraucherschützer am Mittwoch in Mainz erläuterten. Ihre Studie ist das erste Projekt des "Marktwächters Digitale Welt" (DMW), ein von der Bundesregierung gefördertes Programm, das sich als Frühwarnsystem für den digitalen Markt versteht.

Dieser Marktwächter sei ein neues und wichtiges Instrument für Verbraucher, um sich in der digitalen Welt besser orientieren zu können, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) in Mainz. Auch für die Regierung sei dies eine Hilfe, um bei Bedarf mit neuen gesetzlichen Regelungen gegensteuern zu können. "Überall gibt es versteckte Gefahren", sagte Maas. "Die digitale Welt entwickelt sich mit einer Geschwindigkeit, die geradezu atemberaubend ist. Die Rechtsetzung ist nicht ganz so dynamisch wie diese Entwicklung."

Die Streaming-Studie ergab, dass 35 Prozent der über Probleme klagenden Kunden häufige Störungen beim Empfang der Daten über das Internet erleben. An zweiter Stelle steht Ärger mit den Preisen, etwa bei der Rechnungsgestaltung oder über eine Anhebung der Nutzungsgebühr. Ein Sprecher des Musik-Streaming-Dienstes Spotify sagte, das Preismodell mit kostenloser Nutzung bei eingeblendeter Werbung und eingeschränkten Funktionen sowie einem Abo für rund zehn Euro im Monat habe sich bewährt und werde auf absehbare Zeit bleiben.

Streaming-Dienste werden der Untersuchung zufolge von 78 Prozent der Internet-Nutzer verwendet; bei den 14 bis 29-Jährigen sind es sogar 92 Prozent. Jeder dritte Streaming-Abstinenzler (32 Prozent) findet die Preise für die Angebote zu hoch. Danach folgen als weitere Gründe zu komplizierte Bedienung (27 Prozent) oder Anmeldung (22 Prozent) sowie auch hier eine unzureichende Übertragungsqualität (19 Prozent).

Den Wunsch nach "Besitz" der Inhalte nennen 13 Prozent als Grund, warum sie sich vom Streaming fernhalten. Bei diesen Angeboten ist ein Speichern von Filmen oder Musik nicht vorgesehen. Als Hauptvorteile nennen Streaming-Nutzer die große Auswahl an Musik oder Filmen (28 Prozent) und den zeitlich unabhängigen Zugriff auf die digitalen Inhalte (16 Prozent).

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ist im Marktwächter-Programm für den Schwerpunkt "Digitale Güter" zuständig, wozu auch digitale Videos und Musik gehören. Für die von Bitkom Research erstellte Umfrage wurden 1007 Verbraucher befragt. (dpa/tc)

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