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11.02.1977 - 

EDV-Berufe:

Schlechtere Chancen für Studienabbrecher

NÜRNBERG (CW) - Die goldenen Zeiten für EDV-Berufe sind Vorbei. Vor allem DVA-Fachleute ohne hohe Qualifikation und in "einfachen Tätigkeiten" zählen zu den Opfern der konjunkturellen und strukturellen Veränderung Innerhalb der EDV-Berufe. Dies ist das Ergebnis einer von der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit durchgeführten Berufsgruppen-Analyse.

Nach den nunmehr vorliegenden Zahlen ist zwar die Gesamtzahl der arbeitslos gemeldeten EDV-Fachleute zwischen Mai und September 1976 von 2281 auf 2248 leicht zurückgegangen: Welch eisiger Wind aber nun im Computer-Geschäft weht, das merken vor allem die Datenverarbeitungskaufleute, bei denen der Kündigungstrend noch ungebrochen anhält, während in den anderen Berufsklassen eine leichte Verbesserung oder zumindest keine gravierende Verschlechterung festzustehen ist. Die geringe Anzahl an arbeitslos gemeldeten Lochkartenfachleuten und Tabellierern ist insofern wenig aussagefähig, als sich das Arbeitsplatzangebot für diese Gruppe mit der modernen Computer-Technik verringert hat. Gefragt bleiben jedoch nach wie vor Systemprogrammierer. Relativ groß ist die Anzahl der arbeitslosen "anderen Datenverarbeitungs-Fachleute"; dabei handelt es sich zum Teil um unbedeutende Untergruppen oder um Personen, bei denen eine

klare Zuordnung zu bestimmten EDV-Tätigkeiten nicht möglich ist.

Klar wird auch der Trend, daß der Bessere den Schlechteren verdrängt: Dies gilt in starkem Maß fair Programmierer. Denn in den meisten Fällen ist deren . Tätigkeit heute von den übergeordneten Software-Organisatoren übernommen worden. Eine Reihe von Unternehmen sieht keinen Sinn mehr darin, für die einfache Übersetzung in Maschinensprache eigens Programmierer zu halten. Daß die Programmierer selbst dem "Frust" unterliegen und von sich aus die Konsequenzen ziehen, zählt da mit hinzu.

Immer relevanter für die Berufs-Aussichten von EDV-Fachleuten wird die Qualifikation des einzelnen: Berufserfahrung, hohe Einstiegskenntnisse und energische Weiterbildung spielen eine entscheidende Rolle. Das führt zum Beispiel auch für Abbruch-Akademiker zu Konsequenzen. Nach einer bereits länger vorliegenden Untersuchung zum wünschenswerten Ausbildungsniveau sollten künftig 62 Prozent aller Systemanalytiker, DV-Organisatoren, DV-Führungskräfte und des DV-Personals außerhalb der DV-Abteilungen Hochschulausbildung besitzen. Der Anteil der nur kaufmännisch ausgebildeten DV-Fachleute (ohne spezielle DV-Ausbildung) an allen DVA-Fachkräften, der 1973 noch überdurchschnittlich hoch war, hat künftig kaum noch Chancen.

Ein Problem bleibt die Altersstruktur in Datenverarbeitungs-Berufen: Vorwiegend junge Fachkräfte sind in die EDV eingestiegen, weshalb nur eine geringe Alters-Fluktuation zu erwarten ist. Insgesamt dürfte aber doch ein Bedarf an EDV-Fachleuten entstehen. Ob er freilich so grob wird, wie Anfang 1975 von der Bundesanstalt geschützt, bleibt dahingestellt. Sie ging davon aus, daß zwischen 1973 und 1978 einer Erweiterungsnachfrage von 162 000 DV-Fachkräften 133 000 Absolventen von DV-Ausbildungsgängen gegenüberstehen würden.