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16.05.1975 - 

Partnerschaft, ein Weg aus dem Dilemma

Schließt euch zusammen

Überkapazitäten oder Computer, die eine Nummer zu groß sind, stehen heute im Schußfeld von Kostenbetrachtungen. Mixed Hardware und Second hand-Anlagen sollen aus der Misere helfen. Die Kritik richtet sich hier gezielt auf die installierte Hardware.

Unterkapazitäten oder Computer, die eine Nummer zu klein sind, verursachen zu hohe Software-Kosten und vor allem Ärger, wenn es sich herausstellt, daß geplante Optimierungen nicht realisierbar sind.

Es ist eine alte Weisheit, daß Hardware- und übrige EDV-Kosten sich im umgekehrten Verhältnis zueinander bewegen. Lassen wir außer acht, daß dieselbe Hardware-Leistung zu unterschiedlichen Preisen eingekauft werden kann, dann steigen die übrigen EDV-Kosten um so mehr, je weniger für die Hardware ausgegeben wird. Das Hineinwachsen in integrierte EDV-Anwendungsmodelle über "billige Interims-Computer" ist hierdurch ein teurer Spaß.

So oder so hat man sich auf einen Kostenberg hinaufkatapultiert, dessen Abstieg nicht als leicht bezeichnet werden kann. Verzweifelt muß man feststellen: "Egal wie man anfängt, es kostet immer mehr, als man zunächst glaubt." Sicher, ... aber die Kostenlast auf mehrere Schultern verteilt, ist leichter zu tragen.

Partnerschaftlich betriebene Rechenzentren zeigen einen Ausweg aus dem Dilemma des Alleingangs.

Partnerschaft ermöglicht:

- Zeitlich auf die Partner verteilte Verfügung über ausreichend Hardware-Kapazität, um bereits heute auch an die Aufgaben von morgen denken zu können.

- In einer Größenordnung zu liegen bei der Kompatibilität der Hardware bereits weitgehend gesichert ist, so daß die eingesetzte Software mit einer längeren Lebensdauer und damit niedrigeren Kosten kalkuliert werden kann.

- Gemeinschaftliche Entwicklung oder Beschaffung von Software, um den manchmal horrenden Aufwand in Organisation und Programmierung abzubauen.

- Konzentrierter Einsatz von Manpower auf Brennpunkte der EDV-Anwendung.

- Nicht zuletzt, Beschäftigung hochqualifizierter Mitarbeiter.

Kleine und mittlere Unternehmen haben nicht kleinere Probleme als die Großen. Hier ist es manchmal viel eher nötig, die Qualität von benötigter EDV-Leistung zu verbessern. So betrachtet, ist Partnerschaft ein gangbarer Weg für die Großen und für die Kleinen. Unbestreitbar sind die Vorteile, über größere Hardware-Kapazitäten, ausgefeilte Software und hochqualifiziertes Personal zu verfügen. Entscheidend für die Betrachtung ist jedoch, daß mit der qualitativen Aufwertung bereitgestellter EDV-Leistungen, ab einer bestimmten Größenordnung der EDV, auch eine Kostensenkung für jeden einzelnen Partner einhergeht.

Die Gründe für diese Kosten- Einsparungen sind:

gleichmäßigere Auslastung der Hardware-Kapazität,

Nutzung der EDV-Anlage im Mehrschichtbetrieb,

Mehrfachverwendung von Standard-Programmen,

Verteilung der Personalkosten.

Kosteneinsparung durch Partnerschaft bedeutet somit Kostenverteilung. Summa summarum sind bei Erhaltung einer hohen EDV-Qualität, 50 Prozent Kostensenkung für jeden Partner keine Utopie.

Sicher genügt es nicht, eine Anzeige über freie Maschinenzeiten in die Zeitung zu setzen und im übrigen auf seine angestammten Privilegien der Maschinenbelegung zu beharren. Partnerschaft bedeutet die Einraumung adäquater Rechte für alle Beteiligten, um gemeinsam auch die Pflichten zu tragen. Mit anderen Worten bedeutet es, den Rechenzentrumsbetrieb zu neutralisieren und ihm eine bestimmte Organisationsform zu verleihen.

Prämissen, die man sich hierbei auferlegt, sind:

- Kostenerfassung und Kostenkontrolle, um Schwachstellen im EDV-Bereich zu beheben,

- Kostenverrechnung nach Unternehmen und verursachender Abteilung, da jeder Mitbenutzer Informationen benötigt, um die Kosten der EDV im eigenen Unternehmen zu lenken,

- Einführung einer unabhängigen Arbeitsvorbereitung, der gegenüber nur der RZ-Leiter weisungsberechtigt ist,

- Einführung von Arbeitsplänen, nach denen jeder Operator selbständig tätig sein kann. (Spezialwissen des Operators, das zum EDV-fremden Sachwissen gehört, ist ein Übel für jedes Rechenzentrum.)

- Termine der einzelnen Jobs sind mit den verantwortlichen Stellen abzusprechen und unter Angabe einer maximalen Terminüberschreitung zu bestätigen. Die Vereinbarung ist Bestandteil des Arbeitsplanes.

- Die Programme enthalten eine ausreichende Fehlerdokumentation für das Operating und unabhängig davon für die Fachabteilung.

Im Grunde genommen sind dies alles normale Forderungen an die Organisation des EDV-Bereiches. Während man im eigenen Saft jedoch nach Belieben braten kann, wird man es nicht ungestraft mit einem Partner tun. Dies ist der Unterschied und damit eine unabdingbare Forderung, von der "Hippie-Organisation" wegzukommen.