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10.01.2003 - 

Kolumne

"Schluss mit Jammern!"

Christoph Witte Chefredakteur CW

Genauso wie die Aktienbörsen dürstet die IT-Szene nach positiven Nachrichten. Inzwischen suchen selbst eingetragene Schwarzmaler nach weißer Farbe. Schluss mit Jammern! Wir sollten uns an dem urbayerischen Wahlspruch orientieren "A bisserl was geht immer". Diese Einstellung hat im Alpenvorland aus Fußballspielern Kaiser und aus Wilderern Volkshelden werden lassen.

Allerdings braucht es gar nicht so viel Vorstellungskraft, um 2003 ein paar positive Seiten abzugewinnen. (Die CW-Prognose lesen Sie ab Seite 10.) Die Budgets der Anwender und damit die Umsätze der Hersteller werden zwar nur in sehr überschaubarem Maß ansteigen, aber die Unternehmen werden ihr Geld in folgende spannende Themen investieren: Wireless (Local) Area Networks, Mobile Computing, Business Intelligence, CRM, Open Source und Web-Services. Dauerbrenner bleiben die Bereiche Infrastruktur (Software-Upgrades, Hardwareerneuerung etc.) und Outsourcing. Frühestens gegen Ende des Jahres sehen wir eventuell die ersten echten Computing-on-Demand-Abkommen.

WLANs sind deshalb ein sicherer Tipp, weil sie Anwendern das Leben erleichtern. Trotz aller Sicherheitsbedenken lautet das Zauberwort Bequemlichkeit. Vielleicht sprengen sie schon in diesem Jahr ihre lokalen Grenzen, wenn die Versuche von AT&T, Intel und anderen erfolgreich sind, die Hotspots über kabelbasierende Backbones über weite Entfernungen hinweg miteinander zu verbinden. Mobile Computing: Die ersten Smartphones, die neben Sprache Funktionen wie E-Mail, Kalender, Adressspeicher und mobile Applikationen für Spezialanwendungen in sich vereinigen, werden Mobile Computing nicht nur für Knowledge-Worker nach und nach in Unternehmen hoffähig machen.

Das Thema Business Intelligence wird sich jenseits des Hypes der vergangenen Jahre auf ganz pragmatische Weise etablieren. In Zeiten geringerer Umsatzzuwächse verschärft sich der Wettbewerb. Man muss besser sein als die Konkurrenz, also Informationen über das eigene Unternehmen und die Kundenbedürfnisse im Detail haben. Die gleiche Begründung gilt für Customer-Relationship-Management, insbesondere für analytisches CRM.

Ob Open-Source-Projekte bereits in diesem Jahr Mainstream werden, ist zwar noch nicht sicher, aber immer mehr Unternehmen beschäftigen sich über Web-Applikationen hinaus mit dem Thema und setzen quelloffene Software zumindest probeweise auch in geschäftskritischen Bereichen ein.

Wie groß die Rolle für Computing on Demand 2003 gerät, hängt sehr stark von der Glaubwürdigkeit der Angebote ab. Noch resultiert das große Interesse an dem Thema aus dem Versprechen, aus fixen IT-Kosten flexible Ausgaben zu machen. Was fehlt, ist der Beweis, dass sich diese Verheißung erfüllen lässt. Ähnliches gilt für Web-Services, die schon in diesem Jahr eine Rolle als Integrationserleichterer spielen dürften. Auf die anvisierte Hauptrolle als kleinster (und damit wichtigster) gemeinsamer Nenner verschiedener Applikationen werden sie auch im dritten Jahr ihrer Existenz noch eine Weile warten müssen.

Um das alles Realität werden zu lassen, muss die IT allerdings ihrer vornehmsten Aufgabe gerecht werden und jenseits aller zu kurz greifenden RoI-Betrachtungen Mehrwert für die Unternehmen schaffen. In diesem Sinne wünscht Ihnen die CW ein erfolgreiches 2003.

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cwitte@computerwoche.de