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26.09.1997 - 

Kolumne

"Schmückendes Beiwerk"

Kommunikation oder besser die technische Fähigkeit, Informationen über Kabel und Funk zu transportieren und sie mit Endgeräten wie Telefon, Computer oder TV-Gerät nutzergerecht aufzubereiten, gilt als ein wichtiger Standortfaktor, der über die Position von Volkswirtschaften im globalen Wettbewerb mitentscheidet. Gleichberechtigt neben Kapital und Arbeit? Zumindest die vielen Milliarden Dollar, die in den letzten Jahren in diese Industrie geflosssen sind, legen nahe, daß Kommunikationstechnik im Bewußtsein der Geldgeber eine zentrale Rolle spielt. Ebenfalls auf eine Pole-Position deutet die Situation der Industrie hin: Equipment-Hersteller und internationale Carrier verdienen sich an dem Versuch der Unternehmen, ihre Kommunikations- und IT-Infrastrukturen zu modernisieren, eine goldene Nase. Daß der Großkommunikator und CNN-Gründer Ted Turner versprochen hat, die Uno mit bis zu einer Milliarde Dollar zu sponsern, unterstreicht die Macht der Branche zusätzlich.

Den Traum vom ganz großen Geld stört lediglich die Haltung der Anwender. Trotz des investierten Geldes scheinen sie Kommunikation und die dafür notwendige Technik nicht wirklich ernst zu nehmen. Nach dem Motto "Wir sorgen für die Infrastrukur" stößt das Topmanagement solche Projekte zwar an, überläßt sie dann aber oft sich selbst. Mit der Folge, daß Web-Präsenz, unternehmensweite E-Mail, Data-Warehouses und andere Segnungen der IT-Industrie auch vom mittleren Management und den Mitarbeitern als schmückendes Beiwerk gesehen werden.

Selten stellen sich Organisation und Management eines Unternehmens auf die neuen IT-Techniken ein. So wird oft erst lange nach der Einführung begriffen, daß schon ein E-Mail-System hierarchische Strukturen in Frage stellen kann. Auch Beispiele, in denen Data-Warehouse-Projekte mit der Installation als abgeschlossen gelten, sind leider noch an der Tagesordnung. Niemand kontrolliert die Nutzung des Systems. Nachgefragt, ob es die Produktivität des Unternehmens erhöht, wird ebenfalls nicht.

Solange Unternehmen mit den Rohstoffen Information und Kommunikation so ineffektiv umgehen, macht es wenig Sinn, über ihren Beitrag zur Wettbewerbssteigerung der deutschen Industrie nachzudenken. Fazit: Bis auf weiteres dürften Kapital und Arbeit allein für unseren Wohlstand sorgen.