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29.11.1991 - 

Gesamtkonzern ist in die roten Zahlen gerutscht

Schneider: Schluß mit eigener PC-Produktion

TÜRKHEIM(CW) - Nach nur knapp vier Jahren wird sich Schneider Rundfunkwerke AG, Türkheim, wieder aus der Eigenproduktion von PCs zurückziehen. Der zuletzt verlusttächtige Computerbereich hatte dem Gesamtunternehmen schon 1990 einen beträchtlichen Ertragseinbruch beschert. Nun steht Schneider für 1991 gar ein Konzernverlust ins Haus.

Freischwimmen wollten sich die Unterallgäuer, als sie Ende 1987 ankündigten, die PC-Vertriebsehe mit dem britischen Hersteller Amstrad aufzulösen und fortan Personal Computer in Eigenregie zu produzieren. Mit diesen ehrgeizigen Plänen ist die Schneider Rundfunkwerke AG nach nur knapp vier Jahren gescheitert. Zwar zahlte sich der mutige Schritt zunächst aus - im Geschäftsjahr 1989 konnten die Türkheimer bereits mehr Umsatz mit ihren selbstgefertigten Geräten erzielen (317,4 Millionen Mark) als 1987, dem letzten Jahr der AmstradVerbindung (240,7 Millionen Mark, siehe auch Seite 86). Doch die Freude währte nicht lange. Schon im Geschäftsjahr 1990 sank nicht nur der PC-Urnsatz um 21 Prozent auf 243 Millionen Mark ab.

Vielmehr schlitterte der Computerbereich mit 45 Millionen Mark auch in die roten Zahlen. Dies wiederum drückte den Gesamtjahresüberschuß des Schneider-Konzerns von 25,4 auf 10,1 Millionen Mark. Im ersten Halbjahr 1991, so schreibt die "Süddeutsche Zeitung", konnte das Unternehmen im PC-Business schließlich gerade noch 66 Millionen Mark einnehmen, und angesichts des weiterhin starken Preisdruckes rückte die Rückkehr in die Profitzone in weite Ferne. Logische Konsequenz deshalb: Die PC-Produktion wird eingestellt, künftig will man sich in Sachen PCs wieder ganz auf den Vertrieb konzentrieren.

Dazu nahmen die Türkheimer bereits Kontakt mit der Augsburger NCR GmbH auf. Gegenstand der Kooperationsverhandlungen sind die Weiterentwicklung und Produktion der professionellen Schneider Business-Line-PCs. Ob sich aber die Augsburger auf die nur wenig lukrativ erscheinende Fremdproduktion einlassen werden, scheint noch fraglich. Zwar verlautete von der Schneider Rundfunk AG, die Verhandlungen stünden unmittelbar vor dem Abschluß, von der NCR GmbH kam hingegen nur der knappe Kommentar: "Die Verhandlungen laufen."

Abspecken will Schneider auch in Sachen Personal. Denn den Unterallgäuern macht nicht nur die malade Computersparte Sorgen, sondern auch der deutliche Konjunkturrückgang im 1990 noch so boomenden Unterhaltungssektor, dem zweiten Standbein des Unternehmens. Deshalb beschloß der Vorstand zuzüglich zu den Veränderungen im PC-Bereich, konzernweit rund 350 Arbeitsplätze - derzeit sind insgesamt rund 1800 Mitarbeiter beschäftigt - abzubauen, davon allein 250 in Türkheim.

Auch die Aktionäre bekommen die Probmeme der Schneider Rundfunkwerke AG zu spüren, Da sich die finanzielle Situation der ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres, in denen laut "vwd" sowohl ein 20 prozentiger- Umsatzrückgang, vor allem aber ein Konzernverlust angefallen war, weiter ver-schlechtert hat, werden sie 1991 wohl erstmals auf eine Dividende verzichten müssen. Bereits im Vorjahr hatten die Schneider-Anleger aufgrund des beträchtlichen Gewinnirückgangs eine Kürzung der Dividente hinnehmen müssen.