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04.06.1999 - 

IT im Transportwesen/Transoflex: Transport- und Logistikdienstleister

Schnell-Lieferant kann jederzeit mit dem Lieferstatus dienen

Als die Weinheimer Transoflex kürzlich ihr 25jähriges Firmenjubiläum beging, versprach sie die Einführung eines neuen Systems zur Verfolgung von Sendungen. Binnen zwei Jahren wurde das Konzept in die Realität überführt: Inzwischen ist "Oscar" aus der täglichen Arbeit der 41 Schnell-Lieferfilialen nicht mehr wegzudenken. Zeit für Werner Haas*, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Als europaweit operierender Logistikdienstleister bietet Transoflex seine Dienstleistungen vor allem im sogenannten Business-to-Business-Bereich an. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt im Gesundheitswesen. Zu den weiteren Kunden gehören Kosmetikfirmen ebenso wie Unternehmen aus den Branchen Informationstechnik, Unterhaltungselektronik oder Textil und Bekleidung. Sie können neben einem gut ausgebauten Netzwerk von nationalen und internationalen Niederlassungen auf einen ausgeklügelten Distributionsprozeß mit Sonder- und Mehrwertdiensten wie Gefahrguttransport oder Warehousing/Contract-Logistic zurückgreifen. Mit Laufzeitzusagen für die Auslieferung der Sendungen innerhalb von maximal 24 Stunden sucht der "Schnell-Lieferdienst", den Beweis für die Richtigkeit seiner Namensgebung anzutreten.

Für die Kunden des Weinheimer Unternehmens ist jedoch nicht die schnelle und sichere Beförderung der Lieferungen ausschlaggebend. Aktuelle Informationen über den Status ihrer Sendungen, vor allem über die ordnungsgemäße Lieferung beim Empfänger, gewinnen für sie zunehmend an Bedeutung.

Daher hat der Transporteur seine gesamte Rechnertechnik auf den neuesten Stand gebracht. Herzstück der heutigen Informationsverarbeitung (IV) ist das Offene Sendungsinformations-System "Oscar" (Open System for Customer/Consignee Advanced Retrieve). Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein System, das den Dienstleister in die Lage versetzt, seinen Kunden während des Transportverlaufs jederzeit aktuelle Informationen zum Lieferstatus geben zu können.

Alle Packstücke, für die diese Möglichkeit der Sendungsverfolgung besteht, erhalten entweder ein Barcode-Label oder einen entsprechenden Aufkleber. Um die Kennzeichnung bereits beim Versender zu vereinfachen, stellt Transoflex seinen Kunden mit dem Programm VIP-Line eine intelligente Versandsoftware zur Verfügung. Wichtiger Bestandteil des Konzepts ist die Übertragung der Sendungs- und Paketdaten vom Versender an den Logistikdienstleister. Die Informationen dienen einem ersten Soll-Ist-Abgleich der Sendungsgüter.

Der Barcode wird während der gesamten Logistikkette dreimal erfaßt. Zunächst wird das Label in der übernehmenden Transoflex-Niederlassung gescannt, die relevanten Sendungsinformationen werden in einer Tracking- and Tracing-Datenbank hinterlegt. Zum zweiten Mal werden die Barcodes in der Ziel-Niederlassung abgelesen, die Information über den Status der Pakete wird um die nächste Station erweitert. Wenn der Auslieferungsfahrer die Packstücke in der Niederlassung übernimmt, erfaßt er den Barcode zum dritten Mal, und zwar mit einem mobilen Scanner. Dieses Barcodelesegerät ist Teil des Equipments für die Kommunikation im Modacom-Netz von T-Mobil, mit dem jedes der mehr als 2500 Auslieferungsfahrzeuge ausgestattet ist. Mit Scanvorgang Nummer 3 speichert die Datenbank die Information, daß sich die Pakete in der Auslieferung befinden. Am Zielort erfolgt eine gebündelte Sendungsscannung, bei der der Fahrer den Sendungsdatensatz komplettiert, indem er den Namen derjenigen Person in sein mobiles Terminal eingibt, die die Packstücke entgegengenommen hat.

Dann schlägt die Stunde der mobilen Datenkommunikation. Wieder in seinem Fahrzeug, steckt der Transoflex-Fahrer den Mobilrechner in eine spezielle Halterung und verbindet das Gerät mit dem Funkmodem für die Modacom-Kommunikation. Über das speziell für den mobilen Datentransfer konzipierte Modacom-Netz werden die Sendungsdaten automatisch an die Transoflex-Zentrale weitergeleitet. Entscheidender Effekt der direkten Übermittlung: Innerhalb weniger Sekunden nach Ablieferung steht die entsprechende Information den Mitarbeitern im Kundenservice an ihren Rechnern zur Verfügung. Die aktuellen Informationen über den Sendungsstatus sind bei den Kunden gefragt. Allein die Niederlassung Duisburg des Schnell-Lieferdienstes verzeichnet, bei täglich rund 12000 Auslieferungen, durchschnittlich 250 Anfragen zum Auslieferstatus. Auftraggeber, die einen Internet-Anschluß besitzen, können unter einem eigens zugeteilten Benutzernamen auf der Web-Site von Transoflex die gewünschten Daten abrufen. Die jeweilige Niederlassung kann übrigens anhand der einlaufenden Daten nicht nur den exakten Ablieferungszeitpunkt einer Sendung feststellen. Auf der Basis der Modacom-Informationen haben die Transoflex-Mitarbeiter auch einen Überblick über den Verlauf der Auslieferungstouren. Diese Detailinformationen sind beispielsweise für die Optimierung der Tourenplanung eine wertvolle Hilfestellung.

ANGEKLICKT

Der Informationsfluß entlang der Logistikkette der Transoflex, den das System "Oscar" bietet, hat nicht nur die interne Effizienz der Betriebsabläufe des Transporteurs verbessert. Vor allem wurde in der Dienstleistungsqualität für die Kunden eine neue Stufe erreicht. Mit dem in den vergangenen zwei Jahren Erreichten gibt sich das Schnell-Lieferunternehmen aber keineswegs zufrieden. So bietet es seit neuestem an, über das eigene Kundenauftragssystem mit Hilfe einer automatischen Schnittstelle selbständig den Sendungsstatus zu recherchieren.

*Werner Haas ist Beauftragter fürInformationslogistik bei Transoflex in Wiesbaden.