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01.04.1994

Schnelle Modems, ISDN-Controller und GSM-Datentransfer Der Datenfunk im GSM-Netz bleibt vorerst noch proprietaer

HANNOVER (hi) - Goldgraeberstimmung herrschte bei den Herstellern von Modems und ISDN-Karten auf der CeBIT. Kaum ein Unternehmen, das 1994 nicht mit einer kraeftigen Umsatzsteigerung rechnet. Ihren Optimismus stuetzen die Anbieter zum einen auf den immer groesser werdenden ISDN-Markt, zum anderen auf die mobile Datenkommunikation via GSM, fuer die rund zwei Millionen Anwender prognostiziert werden.

Eines der ersten V.Fast-Modems stellte die CPV Stollmann Datensysteme GmbH, Norderstedt, auf der CeBIT vor. Das "Pico T V.34" versendet und empfaengt Faxe mit bis zu 14,4 Kbit/s und unterstuetzt Uebertragungsgeschwindigkeiten von 28,8 Kbit/s. Neben dem Microcom Networking Protocol (MNP) 2 bis 5 beherrscht das Modem auch MNP 10 sowie V.42bis.

Zur Einrichtung intelligenter Anrufbeantworter auf PC-Basis ist fuer die Pico-Modems eine "Micro Voicebox" erhaeltlich. Neben den ueblichen Funktionen eines Anrufbeantworters kann diese fuer Windows konzipierte Software laut Anbieter auch erkennen, wer anruft und dem jeweiligen Anrufer eine Nachricht uebermitteln, die nur fuer ihn gedacht ist.

Voll im Trend: Mobile Datenkommunikation

In Sachen V.Fast wartet man bei der Hamburger Dr. Neuhaus GmbH dagegen noch ab. Der juengste Spross aus Hamburg ist das "Smarty 19.2 TI". Der Neuling erzielt eine Datentransferrate von bis zu 19,2 Kbit/s und verfuegt ueber eine eingebaute Online-Hilfe, die die Syntax des AT-Befehlssatzes bei Bedarf erklaert.

Einen aktiven ISDN-Controller im PCMCIA-Format praesentierte die AVM Computersysteme GmbH aus Berlin. Die 5 Millimeter hohe Karte unterstuetzt zwei B-Kanaele mit jeweils 64 Kbit/s. Der Controller verfuegt ueber einen eigenen RISC-Prozessor sowie 1 MB RAM.

Neben ISDN-Karten und schnelleren Modems liegen erste Loesungsansaetze fuer die mobile Datenkommunikation im D1- und D2- Netz voll im Trend der Zeit. Die Dr. Neuhaus GmbH, die fuer dieses Geschaeftsfeld die Dr. Neuhaus Mobil GmbH gruendete, setzt fuer die Daten- und Faxuebertragung im GSM-Netz auf einen Modemansatz. Die Gipsy-Card in PCMCIA-Bauweise uebertraegt Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 9600 Bit/s.

Weil die GSM-Spezifikation fuer die Datenkommunikation keine hoeheren Transferraten definiert, gehoeren diese fuer die meisten Hersteller ins Reich der Fabel. Fuer Verwirrung sorgte deshalb die Ankuendigung der AVM, die bis Herbst einen mobilen ISDN-Controller fuer das GSM-Netz auf den Markt bringen will. Das Geraet erzielt im Testbetrieb bereits Transferraten von ueber 32 Kbit/s, was der halben ISDN-Geschwindigkeit entspricht. Laut AVM-Geschaeftsfuehrer Johannes Nill handelt es sich nicht wie bei anderen Herstellern um eine Modemloesung, sondern um ein rein digitales Modell. Dazu nutzt das Berliner Unternehmen auf der GSM-Seite neben der Da- tenkompression das Unrestricted-Digital-Information-Verfahren (UDI), das hoehere Transferraten erlaubt als die normale Datenkommunikations-Definition.

So phantastisch die Moeglichkeit der mobilen Datenkommunikation ueber die D-Netze klingt, den Anwendern sollte eines bewusst sein: Die jetzt auf der CeBIT vorgestellten Loesungen sind bisher rein proprietaer, denn die Modems oder Controller-Karten von Dr. Neuhaus und AVM muessen an die Daten-Schnittstelle eines Siemens-Handies oder an baugleiche Geraete angeschlossen werden.

Ein standardisiertes Geraete- Interface, das auch die Ver- wendung anderer Hardware ermoeglicht, ist vorerst nicht in Sicht.