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16.02.2001 - 

Trends auf der Networking-Messe Comnet 2001 in Washington

Schneller, mobiler, konvergent

WASHINGTON (IDG) - Schnelle Netze, kabellose Techniken und die Übertragung von Sprache über Datennetze mittels Voice over IP (VoIP) - das waren dominierende Themen auf der Comnet 2001, die in Washington stattfand. Als innovativstes Produkt wurde eine Bluetooth-Lösung ausgezeichnet.

Mobilität ist Trumpf - nur wenige überraschte diese Botschaft, die Dennis Strigl, Chief Executive Officer (CEO) des Mobilfunk-Carriers Verizon Wireless, in seiner Keynote-Rede verkündete. Der Manager ging jedoch einen Schritt weiter. Er vertrat die Ansicht, die Mobilkommunikation werde in absehbarer Zeit nicht mehr als eine besondere Art der Informationsübertragung gesehen werden: "Die Grenzen zwischen Festnetz und Funk werden verschwinden, und die kabellose Übertragung wird in den Mittelpunkt rücken."

Welche Rolle drahtlose Techniken schon bald spielen können, war am Stand von Norwood Communications zu sehen. Der australische Hersteller nutzte die Messe, um seine Plattform "Enterprise Mobility" für integrierte Telefonie- und Datenübertragungen vorzustellen. Die Lösung erlaubt es Anwendern, sich innerhalb des Unternehmens mehr oder weniger frei zu bewegen und dabei immer in Verbindung zur firmeneigenen Kommunikationsinfrastruktur zu bleiben. Möglich macht dies die Kurzstrecken-Funktechnik Bluetooth.

Über das Firmengelände verteilte Zugangspunkte empfangen die von PCs, Headsets oder Handheld-Computern ausgehenden Signale und leiten sie ins Backbone weiter. Norwood demonstrierte dabei auch, wie auf diese Weise eine Telefonnummer von einem Palm aus gewählt werden kann. Dank Bluetooth-Headset kann über das Tischtelefon telefoniert werden, ohne am Platz sitzen zu müssen. Die Lösung erhielt den großen Preis der Comnet 2001 für das innovativste Produkt.

Nicht alle sangen indes das hohe Lied der Mobilität. Als Dauerbrenner erwies sich in Washington einmal mehr die Frage, wie sich Bandbreitenengpässe in den Netzen vermeiden lassen. Geht es nach dem Willen von Nortels CEO Clarence Chandran, dann ist die Glasfaser die Lösung des Problems. Chandran rief in seiner Keynote den Beginn der "photonischen Dekade" aus. Um Engpässe im LAN zu vermeiden, führe kein Weg daran vorbei, die optische Übertragung auch im lokalen Netz flächendeckend einzusetzen, denn "wir werden Terabits im LAN haben", warnte der Manager.

Konkrete Lösungen in diese Richtung zeigte der Hersteller im Rahmen seiner Strategie des "Personal Internet". Die Produkte zielen darauf ab, personalisierte Inhalte im Internet schnell vom Anbieter über den optischen Backbone zum Konsumenten zu bringen. Mit Lösungen wie der plattformunabhängigen Software "Shasta Personal Content Portal", dem Router "Alteon Personal Content Director" oder der Adaptive-Content-Routing-Technik soll es möglich sein, Inhalte über den für einen bestimmten Anwender am besten geeigneten Transportweg durch das Internet zu schleusen.

Die Highspeed-Datenübertragung im weltweiten Datennetz liegt auch Nortels Konkurrent Cisco am Herzen. Der Netzprimus war ebenfalls mit neuem Gerät im Gepäck nach Washington gereist. So zeigte der Hersteller längst überfällige Module für den Aufbau von IP-Infrastrukturen mit 10 Gbit/s. Dazu gehören die beiden Modelle "12410" und "12416", mit denen Cisco sein Portfolio um eine Reihe von Hochleistungs-Routern erweitert. Die gleichermaßen für die Kern- und Randbereiche von Netzen geeigneten Komponenten unterstützen die ebenfalls neuen Erweiterungskarten 1-Port-OC-192c/STM-64c-POS und 4-Port-OC-48c/STM-16c-POS.

Cisco hinkt mit diesen Produkten ziemlich hinterher: Das 192c-Modell etwa hatte der Hersteller zum ersten Mal vor rund vierzehn Monaten angekündigt - Rivale Juniper hat vergleichbare Komponenten nun schon seit fast einem Jahr im Programm. Nicht von ungefähr kommt es, dass Cisco laut Dell'' Oro Group im Bereich Core-Routing Marktanteile an den Konkurrenten abgeben musste. Mit der 12400er Serie hofft der Netzprimus, hier wieder Terrain zurückzugewinnen. Für Besitzer eines "12016"-Switches hat Cisco eine interessante Erweiterung vorgestellt: Deren Switch Fabric lässt sich gegen ein leistungsfähigeres austauschen, dann können die neuen Line-Cards in den vorhandenen Chassis benutzt werden. Ciscos neue Router sind ab sofort erhältlich, der US-Listenpreis liegt bei 120000 beziehungsweise 130000 Dollar.

Darüber hinaus demonstrierte der Branchenprimus an seinem Stand ein 10-Gbit/s-Modul für den LAN-Switch "Catalyst 6500". Die Erweiterung soll im zweiten Quartal auf den Markt kommen. Erweiterungen dieser Art machen den Weg frei für fortschrittliche Applikationen, etwa die Übertragung von Sprache auf Basis des Internet Protocol, neudeutsch Voice over IP (VoIP) genannt.

Eine ganze Reihe von Herstellern widmete sich auf der Comnet diesem Thema. So präsentierte etwa AT&T ein neues Angebot an Dienstleistungen für Geschäftskunden. Der Carrier ermöglicht dieser Klientel die gemeinsame Übertragung von Sprache, Daten und Video über eine einzige IP-Verbindung, die AT&T im Rahmen seiner Produkte Managed Internet Service (MIS) und Managed Router Service (MRS) offeriert. Außerdem plant das Unternehmen, VoIP innerhalb seiner Dienstleistung Managed Data Network Services weltweit anzubieten.

Alcatel kündigte neue Funktionen für seine Call-Server-Plattform "Omni PCX 4400" an. Mit Hilfe eines speziellen Gateways unterstützen diese nun kleine, mit IP-Telefonen ausgestattete Filialen ohne eigene TK-Anlage. Außerdem zeigte der französische TK-Spezialist eine Softwarelösung auf Basis des Lightweight Directory Access Protocol (LDAP) zur Verwaltung eines IP-Telefonnetzes.

Shomiti Systems stellt "Shomiti QoS for VoIP Communications" vor. Damit sollen sich Qualität und Leistung von VoIP-Telefonaten im LAN messen lassen. Neben einer Überwachungskomponente, die im Netz installiert ist und Datenflüsse analysiert, umfasst das Produkt eine Softwarekonsole, über die die Ergebnisse abgerufen werden können.

An die Bedürfnisse von Carriern richtet sich Unisphere. Der Anbieter zeigte ein Modul für seinen Switch "SMX 2100", der in der Lage ist, paketbasierende Netze wie das Internet und Leitungssysteme wie das klassische Telefonnetz miteinander zu verbinden.