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23.04.1976 - 

Erfahrungen mit Linda:

Schneller programmieren, langsamer laufen

STUTTGART - Um etwa fünf Prozent verlängern sich die Laufzeiten von Programmen durch Verwendung einer kompatiblen Schnittstelle. Das stellte die Datenzentrale Baden-Württemberg fest, die unter der Bezeichnung "Linda" seit 1973 eine "Schnittstelle zur Anpassung linearer Datenbank- und Zugriffssysteme" einsetzt.

Linda erlaubt die systemunabhängige Formulierung von Wünschen an ein Datenbanksystem und wird vom Anwenderprogramm, das beispielsweise in Cobol geschrieben ist, über einen normalen Call-Aufruf angesprochen. Zur Übersetzung der Linda-Aufrufe in die Befehle des jeweiligen DB-Systems ist ein systemabhängiges Schnittstellen-Umsetzungsprogramm erforderlich, das für jedes Datenbanksystem bereitgestellt werden muß.

Die wichtigsten Funktionen

Die Schnittstelle Linda deckt im wesentlichen folgende Funktionen ab:

Öffnen und Schließen der Datenbanken, direkter Zugriff mit Schlüssel, sequentieller Zugriff, Sperren von Sätzen beim Updating, Einfügen, Ändern und Löschen von Sätzen, Feldauswahl, Zugriff über Sekundärindizes. Damit deckt Linda DA -, ISAM- und VSAM-Zugriffssysteme sowie die Datenbanksysteme UDB 2, Sesam, Prisma und Adabas ab sowie einen großen Teil der Funktionen von IMS und Codasyl-ähnlichen Systemen.

Der Hauptspeicherbedarf für die Schnittstellenprogramme liegt nach den Erfahrungen der Datenzentrale bei 11 KB für den Programm-Code - dazu kommen noch Bereiche für interne Tabellen und die zu verarbeitenden Dateien.

Programmieren vereinfacht

"Positivste Erfahrung" - so Dr. K. Fischer und Dr. A. Licha -, die die Stuttgarter machten: Das Programmieren der Datenbankzugriffe mit Linda ist erheblich einfacher als bei üblichen Datenbanksystemen. Für die Einarbeitung in die Schnittstellentechnik "genügen wenige Tage", der Programmierer muß sich nicht in mehrere verschiedene Zugriffssysteme einarbeiten, die Fehlerzahl wird verringert und die Leistung steigt.

Als weitere Vorteile ergaben sich in der Programme steigt, der Aufwand bei Verfahrensumstellungen verringert sich (beim Übergang von einem IBM- auf ein

Siemens-System konnte der Datenverwaltungsteil von 70 Anwendungsprogrammen innerhalb weniger Tage umgestellt werden), bei Verbundprogrammierung werden die Programme austauschbar.

Gleicht Niveau-Unterschiede aus

Ein gewisser Leistungsverlust durch Nichtberücksichtigung spezieller Funktionen eines einzelnen DB-Systems "muß in Kauf genommen werden, wenn man kompatibel programmieren will". Andererseits - so glauben Fischer und Licha - eignet sich die Schnittstellentechnik aber dazu, Niveau-Unterschiede zwischen verschieden Datenverwaltungssystemen auszugleichen: Funktionen der Datenverdichtung oder Logbandschreibung lassen sich ohne großen Aufwand auch in der Schnittstelle bereitstellen. -py