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Buchhändler-Vereinigung entwickelt eigenes DB-System:

Schneller Zugriff mit Idam statt Vsam

18.03.1977

FRANKFURT - Nachschlagewerke kranken gewöhnlich daran, daß sie nicht up-to-date sind. Selbst das neueste Telefonbuch enthält meist noch viele Nummern, die sich erst nach Drucklegung geändert haben. Zwei der umfangreichsten aktuellen Verzeichnisse deutscher Sprache gibt die Buchhändler-Vereinigung GmbH heraus, ein "Wirtschaftsbetrieb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels" in Frankfurt. Das dreibändige "Verzeichnis lieferbarer Bücher" (VLB) umfaßt 240 000 Titel aus über 2000 Verlagen und wird jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst auf den neuesten Stand gebracht. So ziemlich jeder Buchhändler hat es. Außerdem verfaßt die Buchhändler-Vereinigung das "Adreßbuch für den deutschsprachigen Buchhandel", in dem auf 1500 Seiten 17 000 Firmen mit Adressen und der Antwort auf die Frage "Who is who" verzeichnet sind.

Selbstgestricktes Interface

Wer öfter seinen Buchhändler nach ausgefallenen neuen Titeln oder Autoren fragt, wird feststellen, daß "Fehlanzeigen" im Buchhändler-Katalog erstaunlich selten sind. Daß man dies heute mit EDV macht, ist klar. Nicht nur das Up-dating erfolgt über den Computer, sondern auch der Satz. Wilfried Schinzel, Abteilungsleiter für den Bereich Dokumentation und Datenverarbeitung bei der BuchhändlerVereinigung, liefert ein für den Lichtsatz fertig aufbereiteten Ausgabeband und erreicht damit, daß bereits vier Wochen nach der letzten Dateneingabe der fertige Katalog vorliegt. Gewöhnlich braucht eine solche Produktion mindestens die doppelte Zeit. Da man das schon seit Jahren so macht, ist das Programm auf Stapelverarbeitung ausgelegt. Aber nicht mehr lange: Es wurde eine individuelle Datenbanksoftware entwickelt und das 3270-kompatible BildschirmTerminalsystem 8172 von Sanders/ Harris installiert. Für das Adreßbuch arbeitet man bereits am Bildschirm. Darüber hinaus wurde eine völlig neue Software inklusive Ausgabeprogramm für Digiset erarbeitet.

Beim Bücher-Katalog ist die Lage etwas komplizierter. Das Ausgabeprogramm einfach zum alten Eisen zu werfen, wäre nach Schinzel-Angaben unrationell gewesen. Um rund zwei Mannjahre an Programmierarbeit zu sparen, wird -gegenwärtig ein Interface gestrickt, das von dem neuen Datenbanksystem auf das alte Ausgabe-Programm überleitet.

Den Frühjahrskatalog muß Wilfried Schinzel deshalb notgedrungen noch im Batch erstellen. Zur Buchmesse kommt dann der erste "bildschirmgepflegte" Katalog heraus.

Die Buchhändler-Vereinigung hat eine IBM 370/125 mit 256 KB Hauptspeicher einer anderen Tochter des Börsenvereins zur Verfügung, der "Rechenzentrum Buchhandels GmbH". Mit Isam und Vsam kam man nicht zurecht und entwickelte ein eigenes Platten-Zugriffsmodul namens Idam. Es ist, wie Wilfried Schinzel sagt, " äußerst schnell und benötigt ein Minimum an Kernspeicher". Das neue Programm sieht für die Neueingabe und den Änderungsdienst am Bildschirm die Erfassung der zehnstelligen ISBN (Internationale Standard-Buchnummer) vor. Die standardmäßige Zehnertastatur des Sanders-Terminals kommt dem entgegen. Weil nicht alle Titel und Autoren aus dem deutschen Sprachgebiet stammen werden rund 180 Zeichen benötigt ferner Groß/Klein-Schreibung. Sonderzeichen und Buchstaben aus fremden Sprachen sind inbegriffen.