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17.10.2005 - 

Kommentar

Schnellere Entscheidungen

Thorsten Wichmann

Ein Business Performance Management (BPM) gilt bisher als Domäne der Business-Intelligence-Spezialisten (BI). Schließlich liefern entsprechende Lösungen schon lange die Datenbasis für Entscheidungen in vielen Unternehmen. Doch zwei Dinge fehlen diesen meist, um ein echtes BPM umzusetzen: Echtzeitdaten sowie eine ausreichende Flexibilität, um kostengünstig vielen Anwendern unterschiedliche Auswertungen zur Verfügung zu stellen. Traditionelle BI-Lösungen unterstützten zwar das Topmanagement bei Langfristentscheidungen, aber nicht das mittlere und untere Management oder gar normale Mitarbeiter bei schnellen, taktischen Entscheidungen. Die werden aber in Unternehmen immer wichtiger, denn durch steigenden Wettbewerbsdruck und die Beschleunigung vieler Abläufe sind zunehmend schnelle, aber trotzdem faktengestützte Entscheidungen gefragt.

BPM-Lösungen mit BI-Hintergrund bekommen deshalb zunehmend Konkurrenz durch Softwareanbieter mit Fokus auf IT-Infrastruktur und den Schwerpunkten ERP, EAI (Enterprise Application Integration), BPM (Business-Process-Management) und BAM (Business Activity Monitoring). Besonders die großen Softwareanbieter Microsoft, SAP und Oracle haben ihre Anstrengungen im Bereich Analytics verstärkt: Microsoft durch BI-Funktionen im SQL Server und den angekündigten "Maestro Server", SAP durch das "Business Information Warehouse" (BW) und "SAP Analytics" sowie Oracle durch einen Ausbau bisheriger BI-Werkzeuge. Diese Hersteller liefern die IT-Infrastruktur, in der Prozesse abgebildet werden und die laufend Daten über sie produzieren - etwa über die Auslastung eines Call-Centers, das Zahlungsverhalten oder die Wartezeit von Kunden. Was also liegt näher, als die Infrastruktur um Fähigkeiten zu ergänzen, diese prozessproduzierten Daten nach Nutzervorgaben (fast) in Echtzeit zusammenzufassen?

Ziel: Management-Cockpit

Wenn dann diese Funktionen noch um leicht zu nutzende Werkzeuge für die Erstellung von Management-Cockpits erweitert werden, mit denen sich die wichtigsten Kennziffern leicht grafisch aufbereiten lassen, dann ist der Weg für eine deutlich stärkere Verbreitung von BPM in den Unternehmen frei. Dabei zeigen Erfahrungen, dass besonders die Management-Cockpits in Unternehmen viral wirken. Wer einmal gesehen hat, wie der Kollege seine wichtigsten Informationen aktuell und grafisch aufbereitet bekommt, der will das auch.

Die Nutzung von Echtzeit-BPM dürfte gezogen von der Nachfrage und geschoben von neuen Lösungen deshalb in den nächsten Jahren deutlich zunehmen. Viele Unternehmen werden dabei aber feststellen, dass die Erstellung bunter Charts noch das Einfachste ist. Erst müssen die organisatorischen und technischen Grundlagen gelegt werden, um überhaupt die richtigen Daten der Prozesse zu erfassen und zusammenzuführen. Für die meisten Unternehmen wird in dieser undankbaren Aufgabe die größte Herausforderung in den nächsten Jahren liegen. (as)