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01.11.1996 - 

Raab Karcher: bundesweit vernetzt

Schnelles Wachstum forciert das Corporate Network

Durch frühzeitige Marktpräsenz in den neuen Bundesländern hat die Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen GmbH besonders stark am Boom der vergangenen Jahre partizipieren können. Das Wachstum stellte aber auch erhöhte Anforderungen an Datenverarbeitung und -kommunikation: Vor allem sollte das zentrale Warenwirtschaftssystem, die "Seele" des Unternehmens, über ein WAN an allen Standorten verfügbar gemacht werden. Deren Zahl war inzwischen auf über 90 angewachsen.

Mit der Vernetzung wurde die Datendienst GmbH in Marburg betraut, eine hundertprozentige Tochter von Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen. Ursprünglich mit dem RZ-Betrieb des Unternehmens befaßt, übt der Datendienst heute mit 25 Mitarbeitern die Funktion des zentralen Informations-Managements aus.

Vor etwas mehr als zwei Jahren war die Vernetzung der über ganz Deutschland verteilten Standorte für Raab Karcher noch überhaupt kein Thema. Heute können bereits 800 Mitarbeiter ein ausbaufähiges Corporate Network nutzen, das in der Endausbaustufe für 2500 Anwender verfügbar sein soll. Das Netz schlägt, so Martin Bauer, Bereichsleiter Hardware und Netzwerke bei Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen, Brücken über eine ungewöhnlich heterogene DV-Landschaft. Es integriere Protokolle, die, so Bauer, nicht leicht auf einen Nenner zu bringen sind.

Wie in vielen Unternehmen hatten sich auch bei Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen die DV-Systeme als "Inseln" mit unterschiedlichen Hardwareplattformen entwickelt. Die heutige Rechnerwelt stellt sich folgendermaßen dar: Ältere IBM-Mainframes vom Typ /36 werden nach und nach durch AS/400-Rechner abgelöst einige davon sind aber heute noch in Betrieb. Daneben finden sich eine DEC Alpha sowie RS/6000-Systeme. Des weiteren gibt es Novell- und Windows-NT-Server sowie - speziell für grafische Anwendungen - Apple-Rechner.

Aus dieser Vielfalt ergibt sich eine Reihe unterschiedlicher Protokolle, die bei der Datenkommunikation auf einen Nenner gebracht werden müssen: die SNA-Welt von IBM, Decnet, TCP/IP, das Novell-Protokoll IPX/SPX, dann Appletalk und das Protokoll des hauseigenen Warenwirtschaftssystems.

Wesentliche Elemente des heutigen Netzwerks sind die mehr als 60 Hochleistungs-Router, das universelle Multiplex- und Vermittlungssystem IDNX (Integrated Digital Network Exchange) von Pan Dacom sowie das intelligente ISDN-Backup-System "Ibus", eine Lösung für die automatische Umschaltung auf einen ISDN-Ersatzweg vom selben Anbieter.

Das Warenwirtschaftssystem ist die Hauptanwendung und das Kernstück der gesamten DV. Sein Übertragungsprotokoll Local Area Transport (LAT) machte die Aufgabe der Vernetzung noch komplizierter. Weil LAT grundsätzlich nicht routbar ist, mußte das Problem über integriertes Bridging gelöst werden. Die DV-Verantwortlichen von Raab Karcher entschieden sich für die Multiprotokoll-Router von Bay Networks, die mit Bridge-Funktionalität ausgestattet sind und Vorteile in bezug auf Verfügbarkeit, Connectivity, Flexibilität und Zukunftssicherheit bieten.

Im neuen Raab-Karcher-Netzwerk werden Access Nodes - speziell für die kleineren Remote-Anbindungen - sowie Access Stack Nodes (ASNs) mit skalierbarer Architektur eingesetzt. Letztere lassen sich "stapeln", so daß bis zu vier ASNs zu einem einzigen Router verkettet werden können. Durch entsprechende Konfiguration sind auf einer Kommunikationsleitung alle erforderlichen Protokolle übertragbar. Das birgt für Raab Karcher einen großen Vorteil.

Von einem WAN zu einem echten Corporate Network wird das Netz durch die Multiservice-Architektur des IDNX-Systems. Es handhabt synchrone, asynchrone oder paketorientierte Daten ebenso wie analoge oder digitale Sprache und Bilder. Beim Datendienst von Raab Karcher sind Komponenten des Typs IDNX/90 und Micro 20 die Eckpfeiler des Vermittlungs- und Multiplex-Systems. Dynamisches Routing und flexible Aufteilung der Bandbreiten tragen zu einer besseren Kosten-Nutzen-Relation bei.

Die Knoten treffen Routing-Entscheidungen selbständig. Änderungen der Netztopologie werden automatisch erkannt und einkalkuliert. Der Aufbau logischer Verbindungen erfolgt in Sekundenbruchteilen, ebenso das Rerouting in Wegeausfall-Situationen.

Die Kommunikation zwischen den 90 Lokationen und dem Marburger Rechenzentrum läuft zur Zeit über sechs regionale RZs in Oberhausen, Potsdam, Gera, Leipzig, Frankfurt und Stuttgart - ein Zwischenstadium, denn für die Zukunft strebt das Unternehmen eine Reduzierung dieser regionalen RZs an, möglicherweise bis hin zur totalen Zentralisierung mit einer einzigen Schaltstelle in Marburg. Die regionalen Zentren sind über 2-Mbit/s-Leitungen miteinander verbunden, während die Außenstellen mit den Regionalzentren über 64-Kbit/s-Verbindungen kommunizieren.

Auf einigen der 2-MB-Strecken lassen sich wegen der Multiservice-Systeme schon Sprache und Daten gemeinsam übertragen, wodurch die Leitungskosten beträchtlich gesunken sind. Im Zuge des Netzausbaus sollen in naher Zukunft weitere TK-Anlagen angeschlossen werden.

Bei Störungen von Fest- oder Datendirektverbindungen wird die Kommunikation automatisch und sekundenschnell auf ISDN-Backup-Leitungen umgeschaltet. Hierfür sorgen die "Ibus"-Systeme. Dabei handelt es sich um kompakte Tischgeräte, die jeweils bis zu zwei Fest- beziehungsweise Datendirektverbindungen überwachen. Das Rerouting ist takt- und datentransparent.

Mit ihrem neuen Netz hat die Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen GmbH die technischen Voraussetzungen zur Nutzung aktueller und auch künftiger Informationstechnologien geschaffen. Wie DV-Manager Bauer zusammenfaßt, steht im Vordergrund die gemeinsame Nutzung einer Datenleitung für alle Protokollwelten. "Gleichzeitig können jetzt alle nutzerorientierten Dienste in Form eines Information-Warehouse an jeden Arbeitsplatz herangeführt werden."

Derzeit ist der Datendienst in Marburg dabei, das Softwarepaket "Lotus Notes" zu integrieren - für den Zugriff auf zentrale Unternehmensinformationen und die Kommunikation via E-Mail sowie zum zentralen Dokumenten-Management. Die Testphase läuft bereits - mit positiver Resonanz bei den Mitarbeitern. Bis Ende 1997 sollen die neuen Dienste und das Corporate Network für alle Anwender verfügbar sein.

Die Firma

Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen ist eine von zehn eigenständigen Tochtergesellschaften der Raab Karcher AG, die auf vielen Geschäftsfeldern tätig ist. Zum Konzern gehören unter anderem die Großhandelsunternehmen Raab Karcher Baustoffe GmbH und Raab Karcher Elektronik sowie die Dienstleistungsgesellschaften Raab Karcher Energieservice und Raab Karcher Sicherheit.

Angeklickt

Bedingt durch das schnelle Wachstum - vor allem in den neuen Bundesländern - hat sich das Großhandelsunternehmen Raab Karcher Sanitär-Heizung-Fliesen entschlossen, ein Corporate Network für seine 90 Niederlassungen zu installieren. Ziel war es, die zentrale Anwendung, das Warenwirtschaftssystem, an die Arbeitsplätze von mittlerweile 800 Mitarbeitern zu bringen. Das Netz beruht auf einer Multi-Service-Architektur, die unterschiedliche Protokolle integriert.

*Peter Birkenmaier arbeitet als freier Journalist in Oberursel.