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20.02.1987 - 

Großanwenderunternehmen stimmen laut IW-Studie überein:

Schnellschüsse bei CAD Training sind wertlos

KÖLN (lo) - Arbeitsplätze aufstocken wollen hierzulande eine Reihe von Großunternehmen, ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln. Für eine praxisnahe Ausbildung sind zu kurz gesteckte Schulungskriterien ebenso ein Hemmschuh wie der Mangel an derzeitigen herstellerneutralen Systemen.

Wie eine praxisorientierte Weiterbildung zu gestalten ist, wenn der Computer am Arbeitsplatz künftig zum Alltagsbild gehört, untersuchte Winfried Schlaffke, Geschäftsführer des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, in einem Forschungsprojekt. Es endete im Herbst vergangenen Jahres. Beteiligt waren Großunternehmen, etwa im Maschinenbau und der Automobilindustrie.

Ergebnisse des Forschungsprojektes, das von dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gefördert und bezuschußt wurde, ergaben: Derzeit unterstützt ein Drittel der CAD-Betriebe nur die mechanische Konstruktion mit CAD, ein Viertel nur die Elektrokonstruktion und der Rest beides, eruierten die Kölner Wirtschaftsforscher. In ihrer Gesamtstichprobe waren zwischen 1,5 und 1,9 Mitarbeiter pro Terminal ausgebildet.

Alle befragten Betriebe mit CAD-Erfahrungen wollen, so ihre Festlegungen, die Zahl ihrer computergestützten Konstruktionsarbeitsplätze ausweiten. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Ausbildung von Fachkräften. Wie bereits in der Vergangenheit bestehen die Kurse dazu auch künftig aus theoretischen Teilen, die praktische Übungen am System begleiten. Die Dauer der Maßnahmen reicht von zwei Tagen für Elektro-CAD bis 20 Wochen für mechanische 3D-Konstruktion.

Theoretische Ausbildung allein, so die einstimmige Beobachtung in den Unternehmen, seien "völlig wertlos". Nur wenn der Lernstoff möglichst sofort am Terminal eingeübt werde, sei der Lernerfolg gesichert. Von Bedeutung ist auch, daß in der Ausbildung bereits mit jenen Systemen gearbeitet werde, an denen dann die Tagesarbeit zu erledigen sei.

Kooperation mit "alten Hasen" ist gerade für "CAD-Lehrlinge" das Gebot der Stunde. Nahezu alle Mitarbeiter, die nicht: schon zur Mannschaft der "ersten Stunde" gehörten, betonten so auch die wichtige Rolle, die Kollegen und Vorgesetzte besonders in der Anfangsphase beim Umgang mit CAD spielten.

Immerhin brauchen diese Kräfte rund drei bis sechs Monate, um einfache Elektrokonstruktionen auszuführen, und ein halbes Jahr, bis sie mit dem System mechanisch konstruieren können. Für 3D-Konstruktionen kann die Übungsphase auch 18 Monate dauern. In diesem Zeitraum sollten die Mitarbeiter "in Ruhe gelassen werden". Denn zu früher Leistungsdruck beeinträchtige dabei die Handlungssicherheit.

Neben Erfolgsmeldungen aus den Anwenderunternehmen über die bisherigen Ergebnisse mischt sich auch Kritik. Je länger beispielsweise der Schulungszeitraum war, desto besser beurteilten die CA-Experten die Maßnahmen. Unzureichend sei es Mitarbeiter völlig unvorbereitet auf eine einwöchige Kurzschulung zu schicken.

Am häufigsten bei Ausbildungsangeboten wurde bemängelt, daß das Training der Hersteller "nicht ausreichend auf die speziellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten" war. Zudem wurde dabei "zu wenig Grund- und viel zu viel an überflüssigem Detailwissen" vermittelt.

Als wichtig für die Beurteilung eines Kursangebotes, so die Kölner Untersuchung, sei die Frage nach dem Brancheneinsatz mit seinen unterschiedlichen Aufgabenstellungen. Noch ist das Angebot "an frei zugänglichen, herstellerneutralen Grundkursen" nicht groß, ergab für die Kölner ein Blick über den Software-Markt. Vor allem standardisiertes Lehrmaterial sei noch nicht verfügbar.

Einzelne Industrie- und Handelskammern böten bereits Kurse für technische Zeichner und Konstrukteure an. Aber auch Hersteller offerieren Lehrgänge. Die Teilnahme an diesen Grundkursen allerdings sollte meinen die Kölner, noch keine Vorentscheidung zum Kauf eines Systems darstellen.