Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

06.06.1986 - 

BMFT-Projekt zur Produktreife gebracht:

Schnitstellenprobleme längs der Transportkette

RÄTINNEN (CW) - Marktreif und funktionstüchtig präsentiert sich ein Informatons- und Kommunikationssystem, das bislang ungelöste Schnittstellenprobleme der Transportinformatik mit einem leistungsfähigen PC als Front-end-Prozessor aus der Welt schaffen soll. Das aus Ratingen von der Firma MLC stammende LOG-Konzept soll den beleglosen Datenaustausch beschleunigen.

Auf ein Ende der babylonischen Sprachverwirrung im Bereich des beleglosen Datenaustausches hoffen schon seit Jahren die Logistiker in Industrie- und Handelsbetrieben. Jenseits von Hausnormen und Insellösungen ist eine Lösung jetzt tatsächlich in Sicht und wird mittels hochleistungsfähiger Personalcomputer praktisch verwirklicht, die zwischen den unterschiedlichen Anwender-Hosts die Telekommunikation durchführen (Datex-P) und gleichzeitig die Datenformate auf die international standardisierte Norm UNLK/TDED/ UNTDT automatisch umsetzen. Hervorgegangen ist diese dezentrale Lösung aus einem Forschungsprojekt des Bonner BMFT (siehe COMPUTERWOCHE vom l9. April 1985, Seite 44 ff.). Anbieter und Systementwickler ist die Ratinger MLC Management Logistik und Communication Systeme Gesellschaft mbH, deren Geschäftsführer Frantisek Bumba seinerzeit federführend bei dem BMFT-Projekt tätig gewesen war.

Die Lösung "LOG" ist derzeit MLC zufolge das einzige Marktangebot, mit dem sich leidige Schnittstellenprobleme längs der Transportkette sofort lösen lassen. Sowohl die Umsetzung von Kommunikationsprozeduren als auch unternehmensspezifischer Datenformate von Lieferscheinen oder beispielsweise Frachtbriefen würden mit den Frontend-Prozessoren automatisch in internatonal gültige Standards übersetzt und auch wieder in firmenindividuelle Normen zurücktransformiert, so daß die Anpassungskosten minimal blieben. Im Hinblick auf die Debatte über CIM-Strukturen in Industrie und Handel dürfte das Ratinger Angebot von strategischer Bedeutung sein. Es ermöglicht, so sieht es das herstellende Unternehmen, vor allem mittelständischen Unternehmen (beispielsweise Zulieferanten von Automobilherstellern oder etwa Speditionsunternehmen), sich praktisch in die CIM-Konzepte ihrer Großkunden einzuklinken und gleichzeitig Hardware- und auch softwareunabhängig zu bleiben. Dadurch entfallen teure Spezialapplikationen, und gleichzeitig werden gefährliche Abhängigkeiten von Großkunden vermieden, die ihrerseits bestrebt sind, ihre Unterlieferanten mit Hilfe der elektronischen Datenkette eng an sich zu binden.

Es liegt in der Natur der Sache, daß gerade die Großunternehmer sehr viel rascher die Systemvorteile des LOG-Konzepts erkannt zu haben scheinen als beispielsweise die mittelständisch strukturierte Transportbranche, die sich noch vielfach vor ihrer ausländischen Konkurrenz und auch vor Computern fürchtet. Auf einem ersten MLC-Seminar in Ratingen, auf dem das fertige LOG-System erstmals vorgestellt worden war, glänzte der Mittelstand noch weitgehend durch Abwesenheit, während Firmenvertreter von Ikea, Karstadt oder Kaufhof ihre Logistik- und EDV-Experten nach Ratingen beordert hatten. Interesse bekundete mittlerweile die Bayerische Motoren Werke AG ("Täglich klopfen bei uns Hunderte von Mitarbeitern Frachtdaten in die Bildschirme"), Luftkargogesellschaften und auch interessanterweise Eisenbahngesellschaften. Speziell für diese Großanwender soll in Kürze ein Unix-System zur Verfügung stehen.