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18.07.1980 - 

Zwei Jahre ipo-lnstitut für Personal- und Organisationsentwicklung, Linz:

Schnittstelle zwischen Uni und Wirtschaft

Der Fächer der Kooperation zwischen Hochschullehre und Unternehmenspraxis ist häufig breiter, als dies in der Öffentlichkeit angenommen wird. Besonders oft gilt das neuerdings für die noch jungen Universitäten, so auch für die erst seit 1966 bestehende Uni in Linz, die ihre Existenz zu einem gut Teil der Initiative und der finanziellen Unterstützung der Wirtschaft im oberösterreichischen Raum verdankt. Die Institute der Linzer Hochschule werden im allgemeinen in der Rechtsform von Vereinen geführt. Dadurch erreicht die allseits gewünschte Ausrichtung der "Schule auf das Leben" eine hohe Treffsicherheit.

Die Kooperationsnotwendigkeit zwischen Theoretikern und Praktikern - im Rahmen dieses Instituts geht bereits deutlich aus seiner Aufgabenstellung hervor:

þFörderung der Forschung und der Ausbildung an der Universität Linz auf dem Gebiet der Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung.

þFörderung der Personal- und Organisationsentwicklung in Wirtschaft und Verwaltung.

Diese Ziele sollen erreicht werden durch:

þPlanung und Durchführung von Bildungsveranstaltungen und von Konzepten zur Personal- und Organisationsentwicklung.

þHerausgabe praxisorientierter Schriften.

þHerstellung von Kontakten zwischen Studierenden und Führungskräften.

Zu den Vereinsorganen gehört ein Präsidium, dessen Mitglieder unter anderem der Vorsitzende des Vorstandes der Chemie Linz AG, ein Vorstandsmitglied der Voest-Alpine AG, der Generaldirektor der Raiffeisenzentralkasse Oberösterreich und ein Mitglied der Oberösterreichischen Landesregierung sind.

Dabei stehen solche Aktivitäten im Vordergrund, in denen es um betriebsindividuelle Entwicklungskonzepte für Organisationen und ihre Mitglieder geht sowie Aktivitäten zur Planung und Realisierung berufsbildender Gesamtprogramme für neue Tätigkeitsfelder in Wirtschaft und Verwaltung. Sie werden in einzelnen, aber aufeinander abgestimmten Teilen über einen längeren Zeitraum abgewickelt. Entwicklungsprogramme, die als offene Seminare angeboten werden, haben allerdings bisher nur eine Randbedeutung.

Für die Planung und Realisierung berufsbildender Gesamtprogramme wurden Beiräte installiert, in denen erfahrene Praktiker in etwa gleicher Zahl vertreten sind wie Universitätslehrer.

In Anbetracht der nicht einmal zweijährigen Tätigkeit des Instituts sind die Planungen jedenfalls weit gediehen. Der "Ausbildungslehrgang zum Organisationspromotor" soll noch in diesem Jahre starten. Er basiert auf der Prämisse, daß die personelle Qualifikation zur verantwortlichen Bewältigung von Organisationsproblemen in der Praxis - und hier insbesondere in Klein- und Mittelbetrieben - zu gering ist. Ein Training in fünf Blöcken im Gesamtumfang von insgesamt 32 Ausbildungstagen will dieses Qualifikationsdefizit beseitigen.

Als zweites Beispiel sei der Lehrgang "Ausbildung in Sozial-Management" erwähnt. Führungskräfte in sozialen Organisationen (kirchliche und private Rechtsträger) haben häufig eine theologische, juristische, medizinische, pflegerische oder sozialpädagogische Ausbildung. Zur Wahmehmung ihrer Führungsaufgaben fehlt ihnen jedoch in der Regel eine fundierte Management-Ausbildung. Qualifikationsdefizite sind hier insbesondere in den Bereichen Personalführung, Organisationsentwicklung, Rechnungswesen, Datenverarbeitung, Materialwirtschaft und Marketing zu beobachten. Auch hier ist ein 32 Tage umfassendes Ausbildungsprogramm vorgesehen.

Studenten sprechen mit Managern

Hier können nur Ausschnitte aus dem Leistungsspektrum des ipo genannt werden. Wichtig genommen wird auch- dem Konzept des ipo folgend - die Kommunikation zwischen Studierenden und Führungskräften.

Konkret sieht das so aus:

þVermitteln von Firmen, die sich als Partner für "Praxisgespräche" zur Verfügung stellen. Bei diesen Praxisgesprächen sollen Studenten mit Managern über studiennahe Praxisprobleme in den Betrieben diskutieren.

þVermitteln von Firmen, die sich als Partner für "Projektseminare" zur Verfügung stellen. Projektseminare sollen es erleichtern, die erworbenen theoretischen Kenntnisse auf reale Probleme an der Uni anzuwenden.

þVermitteln von Firmen für Exkursionen.

þVermitteln von Fachleuten, die im Rahmen von Universitäts-Veranstaltungen Vorträge halten.

þVermitteln von Praxisprojekten, über die Diplomarbeiten und Dissertationen geschrieben werden können.

þVeranstalten von "Unternehmergesprächen" an der Universität, in deren Rahmen Manager ihr Unternehmen vorstellen und ihre spezifischen Probleme zur Diskussion stellen können.

Last not least sei darauf hingewiesen, daß das Linzer Uni-Institut vorhat, Studenten finanziell zu fördern. Nach den bislang angestellten Überlegungen soll das darauf hinauslaufen, Studienaufenthalte an ausländischen, insbesondere amerikanischen Universitäten, zu finanzieren.

Dieser kurze Abriß der Absichten und Aktivitäten des ipo macht deutlich, daß ein breites Feld der Zusammenarbeit zwischen Universität und Praxis besteht, daß zum Nutzen aller Beteiligten intensiv bearbeitet wird.

*O. Professor, Dipl.-lng., Dr. Lutz J. Heinrich, wissenschaftlicher Leiter des "ipo-lnstituts für Personalentwicklung" an der Universität Linz