Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.11.1975 - 

Ein Systemhaus findet die Marktlücke:

Schnittstellen-Spezialist

MÜNCHEN - "Die Marktlücken liegen nicht mehr bei der Hardware." Die Ansicht vertritt Prof. Dr. Ing. Georg Färber, der die Münchner Firma PCS Periphere Computer Systeme GmbH mitbegründete und heute einen Lehrstuhl für Prozeßrechner an der Technischen Universität München hat. Das 80 Mitarbeiter zählende Systemhaus (davon 40 in der Entwicklung) hat sich auf Spezialbereichen Anwendungserfahrungen angeeignet, die es den Münchnern nach eigener Aussage ermöglichen, "im Schatten der großen Mainframer" neben den zahlreichen auf Peripheriegeräte und Terminals spezialisierten Herstellern eine "geschickte Marktnischen-Politik" zu betreiben.

Beschränkung auf spezialisierte Anwendungen

Das scheint paradox zu sein, sieht doch der Terminal-Markt nicht gerade wie eine Marktlücke aus. Indes, die PCS-Crew ist nicht engagiert, wenn es "nur" um die manuelle Dateneingabe per Terminal, um einfaches Zeichen-Handling geht. Sie fühlen sich erst durch Anwendungen herausgefordert, bei denen Terminals direkt angeschlossen werden müssen, um analoge in digitale Werte umzuwandeln: Industrielle Datenerfassung, Prüfstand-Automatisierung, Qualitätskontrolle, Steuerungstechnik, Laborautomatisierung und medizinische Meßtechnik - alles Applikationen, die Spezialkenntnisse auf dem Gebiet des

"Zusammenschaltens" voraussetzen.

Schlüsselfertige Systeme

PCS liefert schlüsselfertige Systeme, deren Hardware-Grundbaustein eine programmierbare "Process-Control-Unit PCU" (PCS-Entwicklung mit Fremd-Bausteinen) ist, die als 19-Zoll-Einschub, Tischgehäuse oder als Terminal mit Bediener-Konsole in allen PCS-Konfigurationen vorkommt. Zentraleinheit und Ein-Ausgabe-Steuerung bilden die Basis; das System kann wahlweise mit PROMs oder RAMs bestückt werden. Der Speicher ist in Inkrementen von 256 Worten je 16 Bit erweiterbar, wobei die Begrenzung nach oben physikalisch nur durch die Zahl der verfügbaren Steckplätze gegeben ist. Die PCU ist sowohl als autonomer Kleinstrechner als auch in Verbindung mit bereits vorhandenen Rechnern anderer Hersteller einsetzbar: Die dafür erforderliche Schnittstellen-Anpassung wird von PCS durchgeführt.

Intelligentes Terminal für 4500 Mark

In der Grundausstattung ist das Process-Control-Terminal mit einem 1? bis 4 K-Worte-Hauptspeicher, einer alphanumerischen Anzeige, Kontrollleuchten und einer Standardtastatur ausgerüstet, die der jeweiligen Aufgabenstellung angepaßt werden kann. Kaufpreis in der Basis-Konfiguration: rund 4500 Mark. Wahlweise können auch Externspeicher (Magnetband, Floppy Disk), Drucker, Bildschirme, Lochkarten- und Lochstreifen-Geräte angeschlossen werden. Für die Verbindung mit Maschinen und Geräten sind alle Arten von Prozeßeingabe- und -ausgabe-Schnittstellen verfügbar.

SDLC kommt - aber erst morgen

Mit einer gewissen Skepsis sehen die "Schnittstellen-Spezialisten" der PCS der weiteren Entwicklung auf dem Peripheriegeräte-Sektor entgegen. Professor Färber: "Die Rechner-Hersteller igeln sich hinter ihren Schnittstellen ein." Ein leidiges Problem liege auch - so ein PCS-Vertriebsmann - im Bereich der Datenübertragungs-Prozeduren. Hier habe ganz besonders IBM eine "hohe Innovationsrate": SDLC ante Interfaces. Der Marktführer wolle zwar SDLC zum Standard erheben und müsse deshalb publizieren, aber die zugehörigen Detailinformationen über die auf SDLC aufbauenden Protokolle kämen zu spät.

Zudem erfordere diese Prozedur beim Anwender neue Hardware, über die man heute noch nicht allzuviel wisse. Die Devise der 40 PCS-Entwicklungs-Ingenieure lautet: "Bangemachen gilt nicht!"

Der TU-Professor G. Färber denkt an die Zukunft: "Dem Feldrechner gehört ein Teil Zukunft - wir sind dabei."