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13.08.1982 - 

Sozialpolitische Diskussion: interdisziplinär und deutsch

Schöne neue Welt beim Robotertreffen in Linz

LINZ (eks) - Erstmals wurden Industrieroboter Anfang der 70er Jahre in Europa in nennenswertem Umfang eingesetzt. Heute sind bereits etwa 7000 installiert. Angesichts der heutigen Konjunktur- und Arbeitsmarktsituation kommt der in Linz im Herbst stattfindenden technischen und sozialpolitischen Diskussion des Robotereinsatzes besondere Bedeutung und Aktualität zu.

Vom 28. bis 30. September werden an der Johannes Kepler Universität in Linz die Fragen des Industrierobotereinsatzes erstmals interdisziplinär und im deutschen Sprachraum behandelt.

Unsere Wirtschafts- und Arbeitswelt ist tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt. Die Vernetzungen der Volkswirtschaften, die technologischen Innovationen, die Ungewißheiten über noch verfügbare Resourcen und die Veränderung der Werte in unserer Kultur verlangen von einer ständig zunehmenden Zahl der Unternehmen Überlegungen, wie der Übergang von der industriellen zur nach-industriellen Gesellschaft bewältigt werden kann.

Der Schweizer Eberhard Ulich meint, daß sich die Welt des Jahres 2000 von der Welt des Jahres 1980 etwa ebenso unterscheiden werde wie die heutige Welt von der des Jahres 1930. Auch sei die Mehrheit der in zehn Jahren vorfindbaren Arbeitstätigkeiten heute weder bekannt noch im einzelnen vorstellbar Denn sowohl die Produkte selbst sind einem raschen Wechsel unterworfen als auch die Verfahren zur Herstellung schon bekannter Produkte. Auch sie werden sich durch technische Weiterentwicklung und gleichzeitige Verbilligung der neuen Technologien rasch ändern.

Bedeutend für Klein- und Mittelbetriebe

Waren Industrieroboter ursprünglich eine Waffe im Kampf gegen steigende Arbeitskosten vor allem in der Massengüterfertigung, zum Beispiel in der Automobilindustrie, so finden sie heute zunehmend Eingang in die Kleinserienfertigung und eröffnen gerade dem Klein- und Mittelbetrieb die Welt der "flexiblen Automation". Leider hinkt Österreich aus Gründen der branchenmäßigen Zusammensetzung, aber auch Investitionsscheu beim Industrierobotereinsatz hinterher, klagt Winfried Schenk, Leiter der wirtschafts- politischen Abteilung der österreichischen Investitionskredit AG. Er möchte Schwerpunkte bei einfachen und robusten Universalsystemen im Baukastenprinzip sehen.

Kurzsichtig und tolpatschig

Die Flexibilität von Industrierobotern ist derzeit allerdings noch bei zahlreichen Anwendungsbereichen durch mangelnde Flexibilität der peripheren Einrichtungen (Greifer, Ordnungs- und Zuführeinrichtungen) und fehlende Sensoren eingeschränkt. Der Stuttgarter Hans-Jürgen Warnecke wird die Forschnungs- und Entwicklungsarbeiten auf diesem Gebiet darstellen.

Und schließlich wird das Referat von Österreichs Urlaubs- und Sozialminister sowie Gewerkschaftsvize Alfred Dallinger sicher Anlaß zur ausgiebigen Diskussion über Automation und Arbeitszeit geben.

Informationen: Univ.-Prof. Arno Schulz, Tagungsbüro der Internationalen Industrierobotertagung, Johannes Kepler Universität Linz.