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23.08.1996 - 

Kommentar/Home-Office/

Schöner leben und arbeiten

Zuhause und Büro, das waren einmal Gegensätze, schlossen sich aus wie Privatheit die Öffentlichkeit, wie Gemütlichkeit den Streß, aber auch wie Langeweile die Faszination etc. Jedenfalls war die Trennung von Lebens- und Arbeitswelt eine kaum in Frage gestellte Selbstverständlichkeit.

Der Rhythmus stimmte, Mann und Frau waren sozialverträglich ins Gemeinwesen eingeklinkt - von Exzentrikern wie Künstlern oder Angehörigen freier Berufe einmal abgesehen, die Arbeit immer schon als elementaren Bestandteil der Lebenskunst verstanden haben und nicht als deren Gegenteil.

Da kommt eine Wortprägung daher, die eine echte Zumutung darstellt: Home-Office! Ja, ist denn das erlaubt? Widerstand regt sich emotional, rational, juristisch und überhaupt: Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst.

Tja, so könnte hierzulande die Befindlichkeitsstörung gegenüber einer so vielseitig einsetzbaren Innovation wie der Telearbeit auch zu erklären sein. Doch Ironie beiseite: Standortschelte und Publikumsbeschimpfung wer- den die Zweit-Workstation im Home- Office nicht so schnell zum Standard machen, wie es sich Computerbauer und fortschrittliche Arbeitsverwalter wünschen.

Auf Freiwilligkeit setzen denn auch die Arbeitsstrategen in den Unternehmen. Pilotprojekte testen die neue Freiheit aus, messen ihre Effektivität. Und siehe da: Qualität und Quantität sind höher als am angestammten Arbeitsplatz. Betriebsvereinbarungen schaffen den arbeitsrechtlichen Rahmen.

Schließlich sollen sich die ersten Freiwilligen ja nicht an die Telefront versetzt vorkommen (und dort verheizt). Zu diesem vielerorts noch gängigen Klischee paßt die hier recherchierte Wirklichkeit nicht. Vielmehr scheint sich da ein Markt aufzutun unter dem Motto "Schöner leben und arbeiten". bi.