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15.12.2000 - 

Reverse Splitting

Schönheitspflege für den Aktienkurs

Anleger, die US-amerikanische Aktien besitzen, sollten sich mit einem neuen Terminus, dem "Reverse Splitting", vertraut machen. In Folge starker Kursverluste bedienen sich Unternehmen in den USA gerne dieser umgekehrten Form des Aktiensplitts. Allein an der Nasdaq griffen 1999 über 80 und heuer mehr als 30 Companies zu dem Instrument, mit dem sich der Aktienkurs optisch erhöhen lässt. Ein Großteil der Firmen stammt aus dem Technologiesektor.

Das Prinzip ist simpel: Firmen, die ein Reverse Splitting vornehmen, reduzieren einfach die Anzahl der Anteilscheine und erhöhen damit deren nominalen Wert. Ist etwa eine Aktie zehn Cent wert, und das Unternehmen beschließt ein Reverse Splitting von zehn zu eins, so erhalten Anleger für je zehn Anteile à zehn Cent nun eine Aktie zu einem Dollar. Der Kurs springt also von zehn Cent auf einen Dollar.

Der Grund, aus dem Unternehmen diese Form von Kosmetik für den Aktienkurs betreiben, ist nicht nur die optische Aufpolierung, sondern ein an vielen Börsen festgelegtes Limit, das der Wert des einzelnen Anteilschein nicht unterschreiten darf. An der Nasdaq liegt diese Untergrenze bei einem Dollar. Firmen, deren Kurswert für längere Zeit darunter fällt, riskieren den Ausschluss vom Börsenhandel.

Marktbeobachter betrachten das Instrument des Reverse Splitting jedoch zwiespältig, und die Erfahrung gibt ihnen Recht. In vielen Fällen konnte der Kurs nur vorübergehend auf einem höheren Level gehalten werden. "Splitten Unternehmen bloß aus kosmetischen Gründen, ohne gleichzeitig ihre finanzielle Situation zu verändern, merkt der Markt dies sehr wohl und straft die Firmen dafür ab", sagt Pamela Peterson, Professorin für Finanzwissenschaft an der Florida State University und Spezialistin für Reverse Splitting.

Die Online-Marketing-Company Popmail.com beispielsweise durfte dies am eigenen Leib erfahren: Anfang Oktober nahm das Unternehmen ein Reverse Splitting im Verhältnis eins zu zehn vor und hob damit den Kurs von 34 Cent auf 3,4 Dollar je Anteilschein an. Doch der Schuss ging nach hinten los, denn keine zwei Wochen später war der Wert bereits wieder unter einen Dollar gerutscht, und dort blieb er auch.

An deutschen Börsen ist die Form des umgekehrten Aktiensplitts kein Thema. Allerdings gibt es hierzulande auch keine festgelegte Grenze, bei deren Unterschreiten der Wertpapierhandel ausgesetzt wird.