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11.06.1993

Schon 1994 koennten Holographie-Speicher serienreif sein Die Massenspeicher-Hersteller orientieren sich am CPU-Tempo

FRAMINGHAM (IDG) - Obwohl die Massenspeicher-Technik noch nie mit der Leistung und dem Leistungszuwachs der Prozessor-Technik mithalten konnte, verbessern die Speicherhersteller kontinuierlich ihre Produkte. Drei Maerkte lassen sich heute ausmachen: erschwinglicher Massenspeicher fuer Arbeitsplatzrechner, winzige Festplatten oder Chip-Speicher fuer tragbare Computer und die grossen Speicherschraenke mit einer Kapazitaet von einem Terabyte oder mehr fuer massiv-parallele Supercomputer.

Die groessten Spruenge macht die Technik auf den beiden letzten Gebieten, wobei alle Beteiligten interessanterweise der Meinung sind, dass sich kein Medium gegen alle anderen durchsetzen kann, vielmehr werden auch in Zukunft die folgenden Alternativen zur Verfuegung stehen.

Magnetspeicher

Die altehrwuerdigen Festplatten und Magnetbaender liegen nicht so weit im Rueckstand wie es die Hersteller von optischen Platten oder aehnlichem gerne haetten. Bei vergleichbarem Speicherplatz-Angebot kosten optische Platten etwa das Dreifache einer Magnet- Festplatte. Ausserdem sind die optischen Systeme trotz der Lichtgeschwindigkeit insgesamt langsamer und nehmen viel Platz auf dem Schreibtisch weg. In den USA werden sich 1993 schaetzungsweise insgesamt etwa 450 000 optomagnetische Laufwerke verkaufen lassen - gegenueber um die 40 Millionen Festplatten im Jahre 1992.

Vor allem Hewlett-Packard (HP), IBM und DEC konnten schlagzeilentraechtige Festplatten vorstellen. Schon 1992 praesentierte HP das Kittyhawk-Laufwerk, das 10,5 Millimeter

hoch ist und dem PCMCIA-Typ III entspricht. Zur Zeit bosselt man im HP-Labor an einer Version, die nur 3,3 Millimeter hoch ist und trotzdem um die 40 MB speichern kann. IBM und DEC wiederum erhoehen schrittweise die Kapazitaet der 3,5- und 5,25-Zoll-Laufwerke. Zuletzt praesentierte IBM einen 1-GB-Festplatte, die 3,5 Zoll breit und nur 2,5 Zentimeter hoch ist.

Daneben bieten auch die Spezialisten wie Integral und Ministor bei Kleinst-Festplatten oder Seagate im Massenmarkt Neues. Seagate wird zum Beispiel noch in diesem Jahr neue Magnetplatten aus einer Glaskeramik der Firma Corning verwenden, die leichter und duenner als die herkoemmlichen Aluminiumscheiben sein sollen.

Optische Platten

Im dem Masse mit dem die Kapazitaet und die Uebertragungsrate der optomagnetischen Platten steigt, werden auch die Klagen der Benutzer ueber die lange Zugriffszeit dieser Systeme weniger werden. Randy Dieterle, Vice-President von Qstar, verdeutlicht den Trend: "Bis vor kurzem uebertrugen optomagnetische Laufwerke etwa 200 Kbit pro Sekunde." Heute leisten die Geraete das Doppelte und speichern auf einer 5,25-Zoll-Platte inzwischen auch etwa 1,3 GB Daten.

Manche Marktbeobachter warten auf Forschungserfolge bei 3M oder Sony, die selbst keine Laufwerke bauen, aber die wichtigen Halbleiter-Laser herstellen. Wenn es diesen Firmen gelingt, Halbleiter-Laser fuer blaues Licht statt des heute ueblichen roten zu bauen, liesse sich damit ein optomagnetisches Laufwerk konstruieren, das etwa 2 GB Daten speichern koennte. Die Verdoppelung der Kapazitaet erreicht man dank des kurzwelligen blauen Lichtes, mit dem die Daten auf den Platten dichter gepackt werden koennen.

Chip-Speicher

Geringer Strom- und Platzverbrauch kennzeichnen die Chip-Karten (Flash-Speicher), die meist dem PCMCIA-Standard entsprechen. Laut Intel wird der Preis fuer ein MB Flashspeicher von heute 30 Dollar bis zum Jahr 2000 auf einen Dollar fallen.

Doch die Analysten rechnen auch mit weiter sinkenden Preisen bei Festplatten, so dass der Preisunterschied um den Faktor zwei noch auf absehbare Zeit bestehen wird. Flash-Speicher wird sich deshalb wohl in Sub-Notebooks und digitalen Kameras durchsetzen, weil dort etwa 20 MB Speicherplatz voellig ausreichen.

Nicht vergessen sollte man bei dem Vergleich aber eines: Die Daten aus einem Chip stehen dem Anwender nach einem Bruchteil einer Millisekunde zur Verfuegung, waehrend man bei Festplatten etwa zehn- bis hundertmal laenger warten muSpeichern in drei Dimensionen

Wie waere es, wenn man die Bits und Bytes nicht nur auf der Oberflaeche eines Stoffes speichern koennte, sondern quasi im Material. Die holographischen Speicher laufen zur Zeit noch mit allen Kinderkrankheiten in Forschungslabors, doch die amerikanische Firma Tamarack Storage Devices Inc. will bis zum ersten Quartal 1994 einen Holographie-Speicher serienreif machen. Wenn die Technik funktioniert, koennten die Daten zehnmal dichter als auf einer Festplatte gepackt und zehn- bis tausendmal schneller gelesen werden als mit heutiger Technik.