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07.10.1983 - 

Vier Fünftel der britischen Chips kommen aus Nessies Heimat:

Schottland mausert sich zum Elektronik-Zentrum

GLASGOW (CW) - AIs Elektronikzentrum Großbritanniens fühlt sich mittlerweile Schottland. Zum einen hätten entsprechende Ansiedlungsmaßnahmen Früchte getragen, zum anderen aber sei auch auf den wichtigsten Gebieten der Informationstechnologie die Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Privatwirtschaft vorangekommen. Aber auch ausländische Firmen, vor allem aus den USA und Japan, hatten verstärkt Interesse gezeigt und eigene Niederlassungen gegründet.

In Schottland gibt es zudem eine Einrichtung, die Scottish Development Agency (SDA), die es Forschern, Erfindern und Marketingfachleuten etablierter Großunternehmen ermögliche, sich selbstständig zu machen und eigene Betriebe zu gründen. Jüngsten Berechnungen der SDA zufolge seien nunmehr 79 Prozent der britischen beziehungsweise 21 Prozent der europäischen Halbleiterproduktion schottischen Ursprungs.

In den vergangenen fünf Jahren sind Investitionen in Höhe von 600 Millionen Pfund in die schottische Elektronikindustrie geflossen. Der Aufbau dieses Industriezweiges in Schottland begann bereits 1949, als Honeywell ihre erste Niederlassung gründete. Bis zur Jahresmitte 1983 haben sich ingesamt 250 Unternehmen der Elektronikindustrie in Schottland niedergelassen, die 42 000 Personen beschäftigen. Zu den bekanntesten US-lnvestoren in Schottland gehören IBM, Hewlett-Packard, Motorola, National Semiconductors, DEC und Wang. Von den japanischen Unternehmen haben unter anderem Nippon Electric Co (NEC) und Mitsubishi Niederlassungen gegründet.

Zu den Projekten der ersten Generation der Elektronikindustrie in Schottland gehörte die Herstellung elektro-mechanischer Büromaschinen und Informationssysteme, besonders durch Burroughs, Honeywell, NCR, Hewlett-Packard und IBM in den fünfziger und sechziger Jahren. In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren siedelte sich die zweite Generation der Investoren in Schottland an, die vor allem durch die Herstellung von Mikroprozessoren, Halbleitern und gedruckten Schaltungen gekennzeichnet war.

Die dritte und jüngste Investitionswelle in der schottischen Elektronikindustrie ist durch die Neuansiedlung zahlreicher Software-Beratungsfirmen und durch die Produktion spezialisierter Erzeugnisse wie Schaltungen mit sehr hohem lntegrationsgrad (VLSI) gekennzeichnet.

Günstige Infrastruktur

Die bisher realisierten Investitionen in der schottischen Elektronikindustrie verteilen sich wie folgt auf die wichtigsten Bereiche: 25 Prozent auf die Herstellung von Erzeugnissen für die Nachrichtenübertragung, 25 Prozent auf elektronische Produkte, die in der Rüstungsindustrie Anwendung finden, 22,5 Prozent auf Produkte der Informatik, 17,5 Prozent auf die Produktion von Komponenten und Hardware sowie 2,5 Prozent auf elektronische Produkte der Verbrauchsgüterindustrie .

An elektronischen Komponenten wird fast die gesamte Breite an Halbleitererzeugnissen, Schaltungen, Elektroden, Mikrowellenkomponenten und Relais produziert. Im Bereich der Datenverarbeitung werden vom Computer über Floppy Disks, Terminalgeräte bis hin zu Druckern ebenfalls die wichtigsten Basisprodukten in Schottland hergestellt.

Im Bereich der Halbleiterindustrie stellte der Bau einer neuen Produktionsstätte durch die NEC im Wert von 40 Millionen Pfund im Juli dieses Jahres die größte japanische Investitionen im EG-Raum dar.

IBM hat sich entschlossen, mit der Herstellung von Personal Computern für den EG-Raum im schottischen Grenock zu beginnen. Die NCR-Gruppe stellt ebenfalls ihren Personal Computer im schottischen Dundee her. Wang vollendete 1982 ein Investionsvorhaben in Höhe von 38 Millionen Pfund zur Herstellung von automatischen Büroausrüstungsgeräten in Schottland. Hewlett-Packard stellt in Schottland Test- und Meßgeräte her. Honeywell produziert Kontrollgeräte für Produktionssysteme und Halbleitererzeugnisse. Die britischen Produzenten Ferranti, Marconi und Racall stellen in Schottland zahlreiche Erzeugnisse der Verteidigungselektronik und des computergesteuerten Desigens her. Motorola hat kürzlich die Produktion des neuen Halbleiter-Chips 64K RAM aufgenommen und beabsichtigt bis 1985, weitere 60 Millionen Pfund an Erweiterungsinvestitionen in Schottland durchzuführen.

US- und japanische Firmen haben in den letzten Jahren ihre Investitionen in der schottischen Elektronikindustrie vor allem im Hinblick auf die Belieferung des Marktes der EG-Mitgliedsländer erhöht. So entfielen im vergangenen Jahr 46 Prozent der Erzeugung der US-Elektronikunternehmen in Schottland auf den Export an EG-Länder, 38 Prozent wurden an Abnehmer im Vereinigten Königreich geliefert, während sieben Prozent für den Reexport in die USA und neun Prozent für sonstige Abnehmer bereitgestellt wurden. Die Produktion der gesamten schottischen Elektronikindustrie wurde dagegen im gleichen Zeitraum zu 62 Prozent an britische Abnehmer, zu 26 Prozent an europäische Kunden, zu fünf Prozent an Abnehmer in den USA und zu sieben Prozent an sonstige Gebiete geliefert.