Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

14.08.1981 - 

Sekretariatsorganisation von Bedienern und Benutzern akzeptiert:

Schreibautomat verlangt Köpfchen statt Takt

NÜRNBERG (gr) - Der Einsatz einer innovativen Technologie, wie, sie ein Gerät zur Textverarbeitung darstellt, erfordert eine neue Art zu denken: Wer von der elektromechanischen Schreibmaschine zum Schreibautomaten überwechselt, muß das sogenannte "Speicherdenken" erlernen. Zu diesem Ergebnis gelangt ein Forschungsbericht, den der Lehrstuhl für Industriebetriebslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg zusammen mit der Triumph-Adler AG jetzt vorlegt.

Ausnahmsweise liefen Schusters Kinder einmal nicht barfuß. Der Lehrstuhl für Industriebetriebslehre unter der Regie von Professor Dr. Werner Pfeiffer und Wolfgang Döhl nutzte das eigene Sekretariat als Forschungsobjekt. Mit dem Ziel, die Schreibleistung im Verwaltungs- und Schreibsekretariat zu verbessern, suchten die Projektträger nach Schwachstellen ihrer Organisation.

Die Anschlagleistungen der Sekretärinnen lagen über dem Durchschnitt. Die Schreibnebenzeiten fielen stark ins Gewicht. Viele Zweitschriften waren erforderlich. Nicht alle Verbesserungen waren auf das Textsystem zurückzuführen. Eingeführt wurden Diktiergeräte und ein "Begleitblatt zum Schreibauftrag". Die Störzeiten sanken, weniger handschriftliche Urbelege gelangten ins Sekretariat. Angeschafft wurde auch ein Schreibsystem des Typs SE 2000 von Triumph-Adler, das der Hersteller, der sich fürderhin an dem Projekt beteiligte, zur Verfügung stellte.

Nach der Hersteller-Schulungs an der beide Sekretärinnen teilnahmen glaubten beide, das System handhaben zu können. Im regulären Betrieb stellte sich dieser Glaube als eine "fatale Fehleinschätzung" heraus. Bediener- und Benutzerakzeptanz des Systems sanken "unter den Nullpunkt". Im Lernprozeß der beiden Sekretärinnen war das "Speicherdenken" vernachlässigt worden.

Zu verstehen ist dem Forschungsbericht zufolge hierunter das "Sichvorstellen-Können", in welcher Weise der geschriebene Text und alle bei der Erstellung des Textes "eingegebenen Befehle" wie zum Beispiel Walzenbewegung (Zeilenschaltung), Bewegung des Schreibkerns (Einrücken) im Arbeitsspeicher der Maschine beziehungsweise auf der Diskette konserviert werden. "Für die Ausführung von Textverarbeitungsfunktionen ist den Ergebnissen des Forschungsteams nach dieses Speicherdenken von existentieller Bedeutung. Statt einer möglichst rhythmischen "Informationseingabe" als Erfolgsvoraussetzung bei der Mechanik verlange die Elektronik eine systematische planmäßige und logisch widerspruchsfreie Informationseingabe.